Probiotika Kaufberatung
Alles, was du wissen musst, bevor du Probiotika-Präparate kaufst – von unseren Experten zusammengestellt.
Lebende Bakterien, Ballaststoffpulver oder eine Kapsel bei Reizdarm: Was hilft deinem Darm wirklich weiter? Bei Prä- und Probiotika sehen viele Packungen ähnlich aus, gedacht sind die Produkte aber für ganz unterschiedliche Anliegen. Für unseren Vergleich 2026 haben wir sechs Präparate ausgewertet und selbst in der Hand gehabt. Unsere Top-Empfehlung bei ärztlich festgestelltem Reizdarm ist das Kijimea Reizdarm PRO mit einem gut untersuchten, hitzeinaktivierten Bakterienstamm. Als präbiotische Alternative empfehlen wir das geschmacksneutrale OptiFibre Ballaststoff-Pulver, und wer ein klassisches Mehrstamm-Probiotikum sucht, greift zum OMNi-BiOTiC 6, unserem Allrounder. In diesem Artikel erfährst du, worauf es bei Bakterienstamm, Keimzahl und rechtlichem Status ankommt und für wen sich ein Präparat überhaupt lohnt.
Probiotika bringen ausgewählte Bakterien in den Darm, Präbiotika füttern die Bakterien, die dort schon leben. Im Apothekenregal stehen daneben Kapseln mit hitzeinaktivierten Bakterien und sogar Präparate für die Vaginalflora. Wir haben sechs sehr unterschiedliche Produkte verglichen: ein Ballaststoffpulver, zwei Mehrstamm-Probiotika, zwei Kapseln mit demselben Bifidobakterien-Stamm und eine Vaginalkapsel. Angeschaut haben wir vor allem, welche Stämme drinstecken, was das Produkt rechtlich ist und welche Studien es dazu gibt. So findest du das Präparat, das zu deinem Anliegen passt.
Unsere Top-Empfehlung bei ärztlich festgestelltem Reizdarm ist das Kijimea Reizdarm PRO, denn sein hitzeinaktivierter Bakterienstamm ist dafür in unserem Vergleich am besten untersucht. Wer lieber die eigenen Darmbakterien füttert, findet im OptiFibre Ballaststoff-Pulver die präbiotische Alternative. Das OMNi-BiOTiC 6 ist unser Allrounder für alle, die ein klassisches Mehrstamm-Probiotikum ausprobieren möchten, das MULTILAC Darmsynbiotikum die unkomplizierte Kapsel. Das klassische Kijimea enthält denselben Stamm wie unsere Top-Empfehlung, nur lebend. Außer Konkurrenz läuft das Vagisan ProbioFlora, ein Arzneimittel für die Vaginalflora.
| Präparat | Kulturen bzw. Ballaststoff pro Tag | Tagesportion | Reicht für | Kosten pro Tag* |
|---|---|---|---|---|
| Kijimea Reizdarm PRO | 1 Mrd. inaktivierte Bakterien (1 Stamm) | 2 Kapseln | 7 Tage (14 St.) | 2,76 € |
| OptiFibre Ballaststoff-Pulver | 4,3 g Ballaststoff (PHGG) | 1 Messlöffel (5 g) | 25 Tage (125 g) | 0,67 € |
| OMNi-BiOTiC 6 | mind. 3 Mrd. Keime (6 Stämme) | 1 Beutel (3 g) | 7 Tage (7 Beutel) | 1,55 € |
| MULTILAC Darmsynbiotikum | 4,5 Mrd. Bakterien (9 Stämme) | 1 Kapsel | 10 Tage (10 St.) | 0,94 € |
| Kijimea | 1 Mrd. KBE (1 Stamm) | 2 Kapseln | 7 Tage (14 St.) | 2,28 € |
| Vagisan ProbioFlora | je mind. 100 Mio. KBE (2 Stämme), vaginal | 1 Vaginalkapsel | 1 Kur (8 St.) | 1,85 € |
* Kosten pro Tag: günstigster Preis auf preisvergleich.org am 07.10.2026, geteilt durch die Tage, die eine Packung reicht. Tagespreise ändern sich, den aktuellen Stand zeigt die Produktkachel. Verglichen haben wir jeweils die kleinste Packung, größere Packungen kosten pro Tag in der Regel weniger. OMNi-BiOTiC 6: gerechnet mit einem Beutel am Tag, laut Packung sind ein bis zwei möglich. OptiFibre: gerechnet mit der Startmenge von einem Messlöffel, bei den bei Bedarf empfohlenen drei Messlöffeln verdreifachen sich die Kosten. Vagisan: Kosten pro Anwendung, eine Kur dauert laut Packungsbeilage sechs bis acht Abende.
Das Kijimea Reizdarm PRO ist unsere Top-Empfehlung, wenn eine Ärztin oder ein Arzt bei dir ein Reizdarmsyndrom festgestellt hat. Statt vieler Kulturen steckt nur ein einziger Stamm drin, B. bifidum HI-MIMBb75. Die Bakterien sind hitzeinaktiviert, also nicht mehr lebendig. Dass das kein Nachteil sein muss, zeigt eine große placebokontrollierte Studie mit Reizdarm-Patienten, in der gut jeder Dritte das vorab festgelegte Behandlungsziel erreichte, mit Placebo nur knapp jeder Fünfte. Bezahlt hat die Studie allerdings der Hersteller. Rechtlich ist das Präparat ein Medizinprodukt zur Behandlung des Reizdarmsyndroms und darf damit, anders als ein Nahrungsergänzungsmittel, diese Anwendung auch auf die Packung schreiben. Eingenommen werden zwei Kapseln einmal am Tag, unabhängig vom Essen, und die Hülle ist vegan. Der Haken ist der Preis, denn die kleine Packung reicht nur eine Woche, Kijimea empfiehlt aber mindestens vier, besser zwölf Wochen. Auf Verdacht solltest du das Präparat nicht nehmen, denn hinter Bauchschmerzen und Blähungen können auch andere Ursachen stecken, die zuerst ärztlich abgeklärt gehören.
→ Zum ausführlichen Artikel: Kijimea Reizdarm PRO
Das OptiFibre Ballaststoff-Pulver geht den anderen Weg und bringt keine Bakterien mit, sondern Futter für die, die schon in deinem Darm leben. In der Dose steckt nur teilhydrolysiertes Guarkernmehl, kurz PHGG, ein löslicher Ballaststoff aus der Guarbohne. Ein Messlöffel liefert 4,3 g Ballaststoffe. Im Wasser war das Pulver geschmacklos, laut Hersteller quillt es nicht, du kannst es also unauffällig in Wasser, Tee oder Joghurt rühren. In einer Studie mit Reizdarm-Patienten führten 6 g PHGG am Tag zu weniger Blähungen als ein Placebo, auf die übrigen Beschwerden hatte es keinen messbaren Effekt. Untersucht wurde allerdings ein anderes PHGG-Produkt, mitfinanziert haben die Studie zwei Unternehmen. Formal ist OptiFibre ein Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke bei Durchfall und Verstopfung, Nestlé sieht die Verwendung unter ärztlicher Aufsicht vor. Bei drei Messlöffeln am Tag ist die kleine Dose nach gut einer Woche leer. Bei ärztlich abgeklärter Verstopfung oder Durchfall ist es der Weg ganz ohne zusätzliche Bakterien.
→ Zum ausführlichen Artikel: OptiFibre Ballaststoff-Pulver
Das OMNi-BiOTiC 6 ist das klassische Mehrstamm-Probiotikum in unserem Vergleich. Jeder Beutel enthält sechs Bakterienstämme, darunter Bifidobakterien und Milchsäurebakterien, zusammen mindestens 3 Milliarden Keime. Dass sie bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum vermehrungsfähig bleiben, sichert der Hersteller auf der Packung zu. Dazu kommen kleine Mengen Inulin und FOS als Futter für die Kulturen. Die Zubereitung braucht etwas Geduld: Pulver in ein Achtel Liter Wasser rühren, eine Minute warten, noch einmal umrühren und trinken. Geschmacklich war das Ergebnis leicht modrig, aber gut trinkbar. Ein Spezialmittel für ein bestimmtes Problem ist das Pulver nicht, auf seiner Produktseite verweist der Hersteller auf keine klinische Studie zu einer konkreten Beschwerde. Laut Hersteller kommt es ohne tierisches Eiweiß, Gluten, Hefe und Laktose aus. Die 7-Beutel-Packung reicht eine Woche, genug, um herauszufinden, ob du mit Geschmack und Ritual zurechtkommst. Für einen ersten Versuch mit einem klassischen Probiotikum ohne Spezialversprechen ist das Pulver ein solider Allrounder.
→ Zum ausführlichen Artikel: OMNi-BiOTiC 6
Beim MULTILAC Darmsynbiotikum nimmst du eine Kapsel am Tag, ohne Anrühren und ohne Eigengeschmack, bequemer geht es in unserem Vergleich nicht. Synbiotikum heißt, dass Bakterien und Futter für die Bakterien gemeinsam in der Kapsel stecken. Hier sind es neun Bakterienstämme mit zusammen 4,5 Milliarden Bakterien und eine kleine Portion Fructooligosaccharide, kurz FOS. Die Kapsel ist magensaftresistent und soll sich erst im Darm auflösen. Jede liegt einzeln im Blister, der laut Hersteller vor Feuchtigkeit und Licht schützt, einen Kühlschrank brauchst du nicht. Die Hülle ist pflanzlich, MULTILAC gibt das Produkt als vegan sowie gluten- und laktosefrei an. Den präbiotischen Anteil solltest du allerdings nicht überschätzen, denn 63 mg FOS sind ein winziger Bruchteil dessen, was ein Messlöffel OptiFibre an Ballaststoff liefert. Auch neun Stämme machen ein Produkt nicht automatisch besser als einen gut untersuchten Einzelstamm, Studien am Menschen mit genau dieser Mischung führt der Hersteller nicht an. Als Einstieg ohne jeden Aufwand ist die Kapsel trotzdem gut gemacht.
→ Zum ausführlichen Artikel: MULTILAC Darmsynbiotikum
Das klassische Kijimea enthält denselben Grundstamm wie unsere Top-Empfehlung, B. bifidum MIMBb75, allerdings lebend. Verkauft wird es als Nahrungsergänzungsmittel, es darf also nicht mit einer Wirkung bei Reizdarm werben. Zwei Kapseln am Tag liefern rund 1 Milliarde vermehrungsfähige Keime, genommen werden sie zu einer Mahlzeit. Für den lebenden Stamm gibt es eine ältere, kleinere Studie mit Reizdarm-Patienten, in der sich die Beschwerden nach vier Wochen deutlich stärker besserten als unter Placebo. Einer der Autoren sitzt heute im wissenschaftlichen Beirat von Kijimea. Die deutsche Reizdarm-Leitlinie zählt MIMBb75 zu den Stämmen mit positiven Studienergebnissen. Die PRO-Variante liegt trotzdem vorn, weil sie in der größeren Studie untersucht wurde und als Medizinprodukt ausdrücklich zur Behandlung bestimmt ist. Im Kijimea-Onlineshop gibt es das klassische Kijimea derzeit nicht, in Apotheken schon. Pro Tag kostet es etwas weniger, die kleine Packung reicht aber ebenfalls nur eine Woche. Damit bleibt es die Alternative mit lebenden Bakterien aus einem gezielt ausgewählten Einzelstamm.
→ Zum ausführlichen Artikel: Kijimea
Das Vagisan ProbioFlora läuft in unserem Vergleich außer Konkurrenz, denn die Kapseln werden nicht geschluckt, sondern in die Scheide eingeführt. Anders als die übrigen Produkte ist es ein apothekenpflichtiges Arzneimittel, gedacht für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren. Jede Kapsel enthält zwei Stämme von Milchsäurebakterien, L. gasseri und L. rhamnosus, die ursprünglich aus der Vaginalflora gesunder Frauen stammen. Laut Packungsbeilage soll es die Vaginalflora nach der Antibiotikabehandlung einer bakteriellen Vaginose wieder normalisieren oder sie bei wiederkehrenden Scheideninfektionen stabilisieren. Eine Kur dauert sechs bis acht Abende mit je einer Kapsel, die Packung reicht also für eine Anwendung. Laut gynäkologischer Leitlinie können Milchsäurebakterien ergänzend zur Therapie angewendet werden. Die Kapselhülle besteht aus Gelatine. Während der Periode solltest du die Kapseln laut Packungsbeilage nicht verwenden, und auch nicht zusammen mit Kondom oder Diaphragma, weil deren Funktion beeinträchtigt sein könnte. Ohne Beschwerden und ohne wiederkehrende Infektionen gibt es keinen Grund, die Vaginalflora vorsorglich zu behandeln. Seinen Platz hat es nach einer ärztlich behandelten Vaginose.
→ Zum ausführlichen Artikel: Vagisan ProbioFlora
Für diesen Vergleich haben wir sechs Präparate mit ganz unterschiedlichen Konzepten ausgewählt: ein präbiotisches Ballaststoffpulver, zwei Mehrstamm-Probiotika als Pulver und als Kapsel, zwei Kapseln mit demselben Bifidobakterien-Stamm, einmal lebend und einmal hitzeinaktiviert, sowie Vaginalkapseln. Die meisten Bakterien oder die längste Stammliste haben wir dabei nicht belohnt. Angeschaut haben wir vor allem die genaue Stammbezeichnung, die Menge pro Tagesportion, den rechtlichen Status als Nahrungsergänzungsmittel, Medizinprodukt, Arzneimittel oder bilanzierte Diät, die Studienlage zum jeweiligen Stamm und die Handhabung im Alltag.
Alle sechs Produkte hatten wir selbst in der Hand, die beiden Pulver haben wir angerührt und probiert. OptiFibre war in Wasser geschmacklos, OMNi-BiOTiC 6 schmeckte leicht modrig, ließ sich aber gut trinken. Bei den Kapseln haben wir vor allem Tagesdosis, Packungsgröße und Einnahmehinweise verglichen. Vagisan ProbioFlora haben wir gesondert eingeordnet, weil es weder in der Anwendung noch im Einsatzzweck mit einem Darmpräparat vergleichbar ist. Ein Labortest ist das ausdrücklich nicht: Wir haben weder Keimzahlen nachgezählt noch Wirkungen überprüft, sondern Herstellerangaben, Pflichtangaben und Studien ausgewertet und die Produkte im Alltag beurteilt.
Ob Pulver mit langen Kulturlisten, Kapseln mit Milliarden Keimen oder Ballaststoffe für die Darmbakterien, bei Nahrungsergänzungsmitteln steht auf der Packung meist nicht, wofür das Produkt gut sein soll. Das hat rechtliche Gründe, hilft dir beim Kauf aber wenig. Mit ein paar Fragen findest du trotzdem schnell heraus, welches Produkt zu deinem Anliegen passt und wann du gar keines brauchst.
Ein Probiotikum enthält nach der international üblichen Definition lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge einen gesundheitlichen Nutzen bringen. Meist sind das Milchsäurebakterien oder Bifidobakterien. Ein Präbiotikum enthält dagegen keine Bakterien, sondern einen Stoff, den bestimmte Darmbakterien gezielt verwerten. Typische Beispiele sind Inulin, Fructooligosaccharide (FOS) oder das Guarkernmehl in OptiFibre. Ein Synbiotikum wie MULTILAC kombiniert beides in einem Produkt.
Noch recht neu ist der Begriff Postbiotikum. Gemeint sind Zubereitungen aus nicht mehr lebenden Mikroorganismen oder ihren Bestandteilen, die trotzdem einen Nutzen haben sollen. Kijimea Reizdarm PRO mit seinen hitzeinaktivierten Bakterien gehört streng genommen in diese Gruppe, auch wenn es im Handel meist unter Probiotika läuft. Grundsätzlich besser ist keines der Konzepte. Welches passt, hängt davon ab, was du erreichen willst.
Für Nahrungsergänzungsmittel mit Bakterienkulturen hat die EU bisher keine einzige gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. Selbst das Wort „probiotisch“ gilt in der Werbung als unzulässig, weil Verbraucher damit eine Wirkung verbinden, die nicht ausreichend belegt ist. Die einzige zugelassene Aussage zu Bakterien gilt für Lebendkulturen in Joghurt und fermentierter Milch, die Menschen mit Laktoseproblemen helfen, den Milchzucker im Produkt zu verdauen. Für Kapseln und Pulver gilt sie nicht. Fehlende Wirkversprechen auf der Packung eines Nahrungsergänzungsmittels sind also kein Qualitätsmangel, sondern Vorschrift. Manche Hersteller setzen deshalb Vitamine oder Mineralstoffe zu, um mit deren zugelassenen Aussagen werben zu können. Wer ohnehin Vitamin D oder Zink ergänzt, sollte bei solchen Kombiprodukten die Mengen zusammenrechnen. In unserem Vergleich enthält keines der Produkte zugesetzte Vitamine.
Anders ist es bei Medizinprodukten wie Kijimea Reizdarm PRO und Arzneimitteln wie Vagisan ProbioFlora: Sie haben ein festgelegtes Anwendungsgebiet, das auf der Packung steht. OptiFibre ist ein Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke, also für das Diätmanagement bei bestimmten Beschwerden gedacht und unter ärztlicher Aufsicht zu verwenden. Suchst du Hilfe bei einem konkreten Problem, achte deshalb auf den Status und auf das angegebene Anwendungsgebiet.
Auf einer guten Packung steht nicht nur „Bifidobakterien“, sondern die vollständige Bezeichnung, etwa Bifidobacterium bifidum MIMBb75. Bifidobacterium ist die Gattung, bifidum die Art und MIMBb75 der konkrete Stamm. Studienergebnisse gelten nämlich nur für den untersuchten Stamm und lassen sich nicht einfach auf ein anderes Produkt mit derselben Bakterienart übertragen. Die deutsche Reizdarm-Leitlinie empfiehlt deshalb ausgewählte Stämme und nicht Probiotika im Allgemeinen.
Alle fünf Bakterienpräparate in unserem Vergleich nennen ihre Stämme vollständig. Produkte, die nur allgemein mit „Milchsäurebakterien“ oder „Darmkulturen“ werben, lassen sich dagegen kaum mit Studien abgleichen. Mit dem Stammnamen kannst du selbst nachsehen, ob es zu genau diesem Stamm Untersuchungen für dein Anliegen gibt.
Eine lange Liste an Stämmen oder eine zweistellige Milliardenzahl wirkt beeindruckend, sagt aber wenig über den Nutzen. Entscheidend ist, ob genau diese Mischung in dieser Menge für dein Anliegen untersucht ist. Ein gut charakterisierter Einzelstamm kann deshalb die bessere Wahl sein als ein Präparat mit vielen Kulturen. Beim Durchfall durch Antibiotika gibt es allerdings Hinweise, dass höhere Mengen mehr bringen.
Auch die aufgedruckte Menge ist keine Garantie. Bei einer Untersuchung der Lebensmittelüberwachung in Karlsruhe enthielt gut jedes vierte Produkt nicht die ausgelobte Bakterienmenge. Achte deshalb darauf, ob der Hersteller zusichert, dass die Bakterien bis zum Ende der Haltbarkeit vermehrungsfähig bleiben, und lagere das Produkt so, wie es auf der Packung steht.
Reizdarm ist eine Diagnose, die erst nach ärztlicher Abklärung feststeht. Die Beschwerden müssen dafür länger als drei Monate bestehen, und andere Ursachen müssen ausgeschlossen sein. Fieber, Gewichtsverlust, Blut im Stuhl oder sich stetig verschlimmernde Beschwerden sind Warnzeichen, die nicht in die Selbstbehandlung gehören.
Ist die Diagnose gestellt, empfiehlt die deutsche Leitlinie, ausgewählte Probiotika einzusetzen, und zwar passend zu den Beschwerden. Für beide Kijimea-Varianten gibt es positive placebokontrollierte Studien. Bei Reizdarm mit Verstopfung sollten bevorzugt lösliche Ballaststoffe zum Einsatz kommen, wie sie in OptiFibre stecken, beim Durchfall-Typ können sie ebenfalls eingesetzt werden. Zu klassischen Präbiotika wie Inulin spricht die Leitlinie dagegen keine Empfehlung aus, weil die Studienlage zu dünn ist.
Antibiotika treffen nicht nur Krankheitserreger, sondern auch Teile der Darmflora, Durchfall ist eine häufige Folge. Hier ist die Studienlage für Probiotika vergleichsweise gut. In einer Auswertung von 42 Studien mit Erwachsenen senkten Probiotika das Risiko für antibiotikabedingten Durchfall um gut ein Drittel. Allerdings zeigten nur bestimmte Bakterienarten einen Effekt, und das vor allem bei Menschen mit erhöhtem Ausgangsrisiko. Eine Cochrane-Übersicht bei Kindern fand den deutlichsten Effekt bei hohen Mengen ab 5 Milliarden KBE am Tag und nennt als Beispiele Lactobacillus rhamnosus und die Hefe Saccharomyces boulardii.
Für keines der Produkte in unserem Vergleich verweist der Hersteller auf eine klinische Studie zu antibiotikabedingtem Durchfall. Wer gezielt vorbeugen möchte, fragt deshalb am besten in der Apotheke nach einem Präparat mit genau dafür untersuchtem Stamm. MULTILAC rät, zwischen Antibiotikum und Kapsel einige Stunden Abstand zu halten. Bei einem akuten Magen-Darm-Infekt solltest du dagegen keine Nahrungsergänzung mit lebenden Bakterien nehmen. Wichtiger ist dann, verlorene Flüssigkeit und Salze auszugleichen, zum Beispiel mit Elektrolyt-Lösungen aus der Apotheke. Einen solchen Durchfall verkürzen Probiotika nach heutigem Wissen wahrscheinlich nicht.
Pulver wie OMNi-BiOTiC 6 werden in Wasser angerührt. Das Wasser darf laut Hersteller nicht wärmer als 40 °C sein und sollte weder Kohlensäure noch viel Säure enthalten, sonst leiden die Bakterien. Alternativ kannst du das Pulver in Joghurt rühren. OptiFibre löst sich laut Hersteller auch in warmen Getränken. Kapseln sind unterwegs praktischer, magensaftresistente Hüllen wie bei MULTILAC sollen die Bakterien sicher durch den Magen bringen. Wenn du dich vegan ernährst, prüfe die Hülle: Kijimea und MULTILAC verwenden pflanzliche Kapseln, Vagisan eine aus Gelatine.
Vaginalkapseln sind eine eigene Kategorie. Sie werden direkt dort angewendet, wo die Bakterien hinsollen, und ersetzen kein Darmpräparat. Umgekehrt sind geschluckte Probiotika laut gynäkologischer Leitlinie erst nach ein bis zwei Wochen in der Scheide nachweisbar, und auch nur, solange du sie weiter nimmst.
Prä- und Probiotika bekommst du vor allem in Apotheken, vor Ort wie online, und teils direkt bei den Herstellern. Vagisan ProbioFlora ist apothekenpflichtig und deshalb nur über Apotheken erhältlich. Diese Adressen sind für die Produkte aus unserem Vergleich die naheliegendsten:
Ein Preisvergleich lohnt sich in jedem Fall. Rechne dabei pro Tag statt pro Packung und denk an die Versandkosten: Die kleinen Packungen aus unserem Vergleich eignen sich zum Ausprobieren, für eine Einnahme über mehrere Wochen sind die großen meist günstiger. Die aktuellen Angebote zu den sechs Produkten siehst du direkt in den Produktboxen weiter oben.
Die Angaben zu Wirkung, Studienlage und Sicherheit in diesem Ratgeber stützen sich auf Leitlinien, Übersichtsarbeiten und Einzelstudien sowie auf Informationen der Verbraucherzentrale und des Bundesgesundheitsministeriums:
Produktangaben wie Bakterienstämme, Keimzahlen, Verzehrempfehlung und Zutaten stammen von den Herstellern und aus den Pflichtangaben der Händler, Stand Oktober 2026.
Wir haben die Fragen gesammelt, die rund um Prä- und Probiotika am häufigsten aufkommen.
Nein. Für gesunde Menschen ist ein Nutzen zusätzlicher Bakterien aus Nahrungsergänzungsmitteln nicht belegt, darauf weist auch die Verbraucherzentrale hin. Die Darmflora ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden und verändert sich ständig, deshalb lässt sich kaum vorhersagen, ob ein bestimmtes Produkt bei dir überhaupt etwas bewirkt. Wer keine Beschwerden hat, kann sich das Geld also sparen. Anders sieht es bei konkreten Anlässen aus, etwa einem ärztlich festgestellten Reizdarm oder einer Antibiotikabehandlung, für die bestimmte Stämme untersucht sind.
KBE steht für koloniebildende Einheiten, im Englischen CFU. Gezählt werden damit nur Bakterien, die sich im Labor noch vermehren und eine Kolonie bilden können, die Angabe beschreibt also die lebenden Keime. Bei hitzeinaktivierten Bakterien wie in Kijimea Reizdarm PRO funktioniert das nicht, deshalb nennt der Hersteller dort die Zahl der Bakterienzellen. Die vier Darmpräparate mit Bakterien in unserem Vergleich liefern pro Tag 1 bis 4,5 Milliarden, OMNi-BiOTiC 6 mit zwei Beuteln auch 6 Milliarden. Achte beim Vergleichen darauf, ob sich die Zahl auf eine Kapsel oder auf die ganze Tagesportion bezieht.
Plane einen begrenzten Versuch statt einer Dauereinnahme auf Verdacht. Die Reizdarm-Leitlinie rät, Probiotika zunächst probeweise einzusetzen und nur weiterzunehmen, wenn sich die Beschwerden überzeugend bessern. Wie lange so ein Versuch dauern sollte, hängt vom Produkt ab: Kijimea nennt für beide Varianten mindestens vier Wochen, OptiFibre empfiehlt drei Wochen regelmäßige Anwendung. Ändert sich danach nichts oder werden die Beschwerden stärker, gibt es wenig Grund, weiterzumachen. Bei Arzneimitteln wie Vagisan richtest du dich nach der Packungsbeilage.
Ja, vor allem in den ersten Tagen. Ballaststoffe und Präbiotika werden von Darmbakterien vergoren, dabei entstehen Gase, und die Reizdarm-Leitlinie weist ausdrücklich darauf hin, dass Ballaststoffe Blähungen verstärken können. Steigere die Menge deshalb langsam. Auch bei Probiotika werden Blähungen gelegentlich als Nebenwirkung beschrieben, schwere Nebenwirkungen waren in den großen Studienauswertungen aber selten. Halten die Beschwerden über Wochen an oder werden sie stärker, setz das Produkt wieder ab und sprich mit deiner Arztpraxis.
Bei stark geschwächtem Immunsystem, etwa nach einer Organ- oder Knochenmarktransplantation, rät die Verbraucherzentrale von Nahrungsergänzungsmitteln mit lebenden Mikroorganismen ab, weil Bakterien in seltenen Fällen ins Blut gelangen können. Kinder sollten solche Produkte nur nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis bekommen, auch wenn einzelne Hersteller sie für jedes Alter anbieten. Zu Schwangerschaft und Stillzeit schreibt Kijimea für beide Varianten, dass keine Erkenntnisse gegen eine Einnahme sprechen, OMNi-BiOTiC nennt die Einnahme in dieser Zeit ausdrücklich als möglich. Die Packungsbeilage von Vagisan rät vorher zur Rücksprache mit Arzt oder Apotheke, und auch bei den übrigen Produkten ist eine kurze Nachfrage sinnvoll.
Nicht grundsätzlich. Bei Kijimea Reizdarm PRO zeigte eine große, vom Hersteller finanzierte Studie, dass auch nicht mehr lebende Bakterien eines bestimmten Stamms Reizdarmbeschwerden lindern können. Die Forscher folgern daraus, dass manche Effekte nicht an die Lebensfähigkeit gebunden sind. Übertragen lässt sich das aber nicht, bei anderen Stämmen kann es durchaus darauf ankommen, ob die Bakterien leben. Ob inaktivierte Bakterien für Menschen mit geschwächtem Immunsystem besser verträglich sind, wurde in der Studie nicht untersucht. Das solltest du in diesem Fall ärztlich abklären.
Halte dich an die Angaben auf der Packung, denn die Hersteller empfehlen Unterschiedliches. OMNi-BiOTiC 6 und MULTILAC sollen möglichst auf leeren Magen genommen werden, etwa morgens vor dem Frühstück oder abends. Das klassische Kijimea nimmst du dagegen zu einer Mahlzeit, die PRO-Kapseln unabhängig vom Essen. Wichtiger als die Uhrzeit ist, dass du regelmäßig bleibst und das Produkt lange genug nimmst, um beurteilen zu können, ob es dir hilft. Am einfachsten klappt das, wenn du die Einnahme an eine feste Gewohnheit koppelst.
Als Ergänzung ja, als alleinige Behandlung nein. Eine bakterielle Vaginose wird in der Regel mit Antibiotika oder Antiseptika behandelt, und zwar erst nach ärztlich gesicherter Diagnose. Laut gynäkologischer Leitlinie scheinen sich Milchsäure und Probiotika positiv auf Therapie und Rückfallschutz auszuwirken, sie können deshalb ergänzend angewendet werden. Mit den beiden Stämmen aus Vagisan ProbioFlora verlängerte sich in einer Studie nach der Antibiotikatherapie die Zeit bis zum Rückfall, die Heilungsrate im ersten Monat verbesserten sie aber nicht. Der Kapselhersteller hat die Studie mitfinanziert.
Für Nahrungsergänzungsmittel mit Bakterien in der Regel nicht, auch nicht bei einer Reizdarmerkrankung. Darauf weist die Verbraucherzentrale hin, die zugleich daran erinnert, dass solche Produkte schnell teuer werden. Bei Medizinprodukten wie Kijimea Reizdarm PRO oder rezeptfreien Arzneimitteln wie Vagisan ProbioFlora fragst du am besten vor dem Kauf bei deiner Krankenkasse nach, ob sie eine Ausnahme macht. Rechne in jedem Fall mit dem Preis pro Tag und der empfohlenen Einnahmedauer, denn erst daraus ergibt sich, was ein Versuch über mehrere Wochen tatsächlich kostet.