Schlafsack Kaufberatung
Alles, was du wissen musst, bevor du Schlafsäcke kaufst – von unseren Experten zusammengestellt.
Inhaltsverzeichnis7 Kapitel
Wie finde ich den perfekten Schlafsack für mich?

Jetzt dürfte die Frage aufkommen, wie man denn den richtigen Schlafsack auswählt? Es gibt viele verschiedene Varianten. Die am häufigsten verwendeten Schlafsäcke sind Mumienschlafsäcke. Sollte man häufig in den Bergen unterwegs sein, um Hüttentouren zu machen, reicht auch ein Hüttenschlafsack bzw. Deckenschlafsack aus. Dieser ist leichter, dafür aber nicht so isolierend. Wir werden im Verlauf unseres Kundentests auf die Vor- und Nachteile der jeweiligen Optionen eingehen und dir bei deiner Entscheidung unter die Arme greifen.
Vergleichstabelle
Wo werde ich meinen Schlafsack einsetzen?
Wichtig ist, dass dein neuer Schlafsack zum Einsatzszenario passt, in dem du ihn verwenden willst. Früher wurden Wolldecken oder Felle zur Isolierung genutzt. Das soll jetzt nicht heißen, dass du losziehen sollst, um dir ein Tierfell anzuschaffen. Die modernen Varianten eines Schlafsacks kommen oft mit synthetischen Materialien aus und verzichten nahezu gänzlich auf tierische Bestandteile. So kann man sich gezielt zwischen synthetischen und tierischen Materialien entscheiden, da manche eine Füllung aus Daunenfedern besitzen, welche nicht ganz unproblematisch erzeugt werden.
Also wohin geht es? Camping oder eine Expedition in den Himalaya?
Dank der EU-Norm EN 13537 ist es leichter geworden, einzuschätzen, welcher Schlafsack für welchen Gebrauch geeignet ist. Die Leistungsangabe nach EN 13557 Norm bezieht sich auf das unterschiedliche Empfinden von Temperaturen zwischen Frau und Mann.
- Komfortbereich TCom. Diese Angabe bezieht sich auf eine Norm-Frau mit 60 kg, 25 Jahre alt, 160 cm groß. (Die Sinnhaftigkeit und die Realität dieser Angaben mal ganz außen vor)
- Unterer Grenzbereich TLim. Dieser Wert bezieht sich auf einen Norm-Mann 25 Jahre alt, 70 kg schwer, 173 cm groß. Dieser Temperaturbereich gibt den unteren Bereich an, in dem ein Norm-Mann noch bequem schlafen kann.
- Überlebensbereich TExt. In diesem Bereich kann es bei der Norm-Frau schon zur Unterkühlungsgefahr kommen. Das Überleben ist gerade so möglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass man in solch eine Situation gerät ist eher gering deshalb kannst du den Extrem Wert bei deiner Auswahl ignorieren.
Beim Kauf solltest du dich nicht unbedingt auf die Extremwerte festlegen, sondern anhand des Comfortbereiches auswählen Trotzdem gilt: Neben der EU Norm unbedingt darauf achten, wie vertrauenswürdig das Produkt ist. Oft stimmen die Angaben nicht und man beginnt schon viel früher zu frieren. In unserem Vergleich haben wir extra Produkte ausgewählt bei denen die Angaben genau sind, so dass es keine kalte Überraschung gibt.
Wichtig für die Auswahl und den Einsatz eines Schlafsacks ist die Form.

Durch die geräumige Konstruktion eines Deckenschlafsacks kann natürlich auch viel Luft zirkulieren. Genau diese Zirkulation versucht man bei anderen Schlafsäcken zu vermeiden. Umso mehr Luft umgewälzt wird, desto kälter kann es werden. Die meisten werden den Deckenschlafsack aber eher auf Hütten als im Freien verwenden. Wir raten beim Aufenthalt in einem Zelt oder im freien zu einem Mumienschlafsack. An sehr warmen Sommernächten kann man aber auch mal eine Ausnahme machen und einen Deckenschlafsack verwenden, überprüfe aber vorher wie tief die örtlichen Temperaturen in der Nacht sinken.
Mumienschlafsäcke
Form - Größe
Mumienschlafsäcke verjüngen sich in Richtung der Beine und sorgen so für einen Formschluss. Diese Enge sorgt dafür, dass nicht so viel Luft strömen kann und dadurch die Wärmeleistung nicht zerstört wird. Sowohl Mumienschlafsäcke als auch bei Deckenchlafsäcke haben einen Reißverschluss zum Öffnen und Schließen. Dieser verläuft in den meisten Fällen seitlich. Wichtig für den passenden Mumienschlafsack ist nicht nur die Passform sondern auch die verwendeten Materialien, aus denen die Füllung besteht. Nicht nur die Form sondern auch die Größe des Schlafsacks zählt. Ist er zu groß, arbeitet das Mumiendesign nicht mehr richtig. Die Hersteller geben die Körpergrößen oft mit an, sodass man leicht seine benötigte Größe herausfinden kann.
Welche Füllung?
Material
Solltest du viel in kalten oder Nassen Regionen unterwegs sein, legen wir dir Kunstfasern ans Herz. Diese sind sehr leicht und nehmen Feuchtigkeit nicht so gut auf wie Daunen. Auch wenn Kunstfasern nicht wasserdicht sind, kannst du sie immerhin sehr schnell trocknen. Bist du dauerhaft mit einem Wasserfesten Zelt unterwegs, kannst du auch zur Daune greifen. Daunen Material ist allerdings ungleich teurer als Kunstfaser, deshalb solltest du abwägen wie wahrscheinlich es ist, dass du in Extremsituationen kommst. In den meisten Fällen reicht eine Kunstfaserfüllung aus. Ein großer Nachteil von Daunenfüllungen ist, dass sie sich mit Feuchtigkeit vollsaugen und verklumpen können. Das kann zu Schimmel führen - dann ist der neue Schlafsack ärgerlicherweise nur noch ein Fall für die Mülltonne.
Merke: Daune lohnt sich in absoluten Extremfällen, wenn man z.b. im Himalaya eine Expedition vorhat und man sowieso im Wasserfesten Zelt schläft.
Bedenklichkeit von Daunen
Wichtige Bemerkung zur Nutzung von Daunen als Füllmaterial:
Produzenten von Daunenwaren kommen durch die Art und Weise der Gewinnung immer wieder in die Kritik. Als besondere Art sei hier der Lebendrupf erwähnt. Dieser kann zwar in kleiner Produktion absolut Schmerzfrei durchgeführt werden. Im industriellen Maßstab hingegen, hebt sich dieses Verfahren negativ hervor. Denn häufig wird im Akkord gearbeitet, was Stress für Mensch und Tier bedeutet. Das schnelle und harte Rupfen führt bei den Tieren zu Verletzungen und Knochenbrüchen. Beruhigend ist allerdings, dass 90% des Weltaufkommens von Daunen aus Schlachtrupfungen stammen. Mittlerweile existieren auch Prüfsiegel für die Unbedenklichkeit der Herkunft von Daunen. Dieses Siegel nennt sich Traumpass, leider findet man dieses noch nicht so oft. Dennoch ist es ein Schritt in die richtige Richtung!
Futter
Jetzt wieder umdenken. Hier geht es natürlich nicht um Nahrung für Tiere, sondern um das Material des Innenbereiches. Hier kommt häufig Baumwolle zum Einsatz, diese ist strapazierfähig, atmungsaktiv und lässt sich sehr vielseitig einsetzen. Im Premiumsegment ist hier Seide anzutreffen, diese bietet hohen Komfort, aber auch dementsprechend mehr kostet.
Ein weiteres Material, welches oft zum Einsatz kommt: Mirkofleece. Mikrofleece ist sehr widerstandsfähig und langlebig. Das wirkt sich natürlich positiv auf die Lebenszeit deines Schlafsacks aus. Es ist nicht nur robust, sondern hat auch eine hervorragende Wärmeleistung. Mikrofleece besitzt eine wasserabweisende Oberfläche - das heißt nicht, dass es wasserdicht ist. Es kann sich schonmal mit Feuchtigkeit vollsaugen, allerdings gilt Mikrofleece als sehr schnell trocknend und ist zudem weich auf der Haut. Es kratzt also nicht. Ein Nachteil von Mikrofleece ist, dass es zu elektrostatischen Aufladungen kommt. Das ist manchmal etwas störend, falls du dich viel bewegst. Dies sollte aber deine Auswahl nicht beeinflussen.
Was kann ich tun, um die Wärmeleistung zu steigern?

Beim Biwaksack handelt es sich um einen wind- und wasserfesten Sack, der häufig bei der Übernachtung im Freien zum Einsatz kommt. Der Biwaksack hat die Aufgabe den Schlafsack beim Schlafen im Freien vor Schmutz, Wind und Nässe zu schützen. Besonders häufig setzt man ihn beim Bergsteigen, Trekking und Klettern ein. Diese Hüllen bestehen aus wasserdichten Kunstoffen (Polyurethan/PU). Man zieht den Biwaksack einfach über den Schlafsack und kann so die Temperatur nochmal um ein paar Grad steigern. Ein Problem gibt es allerdings mit PU Biwaksäcken: Erfolgt der Einsatz im Winter, kann sich durch die Feuchtigkeit und die Temperaturunterschiede zwischen Umwelt und dem Schlafsack Kondenswasser bilden. Deshalb sind Biwaksäcke aus PU für den Winter eher weniger geeignet. Für dieses Szenario gibt es extra Biwaksäcke aus dampfdurchlässigen Membranen wie Gore-Tex.
Bei mehrtätigen Touren kommen sogenannte Vapor Barrier Liners (kurz: VBLs) zum Einsatz. Diese sorgen dafür, dass die ganze Feuchtigkeit, welche auf der Hautoberfläche verdunstet, nicht im Schlafsack, sondern im Inlay landet. Manche Lösungen heißen Inlays oder Vapor Barrier Liners - Funktion und Anwendung sind bei beiden aber meistens gleich. Die Komforttemperatur soll gesteigert werden und der Schlafsack sich nicht mit Feuchtigkeit vollsaugen.
Nachfolgend ein kleines Glossar mit den wichtigsten Begriffen. Viel spaß bei der Auswahl.
TL;DR Die wichtigsten Aspekte auf die du achten solltest
Einsatzgebiet: Der Allrounder ist ein Mumienschlafsack
Form: Wir raten zu einem Mumienschlafsack
Größe: Wie beschrieben, sollte er nicht zu viel Raum lassen
Füllung: Kunstfasern bieten ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis
Futter: Hier kannst du ruhig zur Baumwolle greifen.
Temperaturbereich: Versuche abzuschätzen bei welchen Temperaturen dein neuer Schlafsack zum Einsatz kommt