Einleitung
Sie sind in nahezu jedem Haushalt zu finden und erleichtern uns tagtäglich die Hausarbeit: Staubsauger. Obwohl das Wirkprinzip aller Modelle identisch ist, gibt es doch immense Unterschiede zwischen den verschiedenen Staubsaugertypen der zahlreichen Hersteller. Dieser Produktberater soll dem potenziellen Käufer helfen, einen ersten Einblick in die Varianten- und Modellvielfalt dieser technischen Gerätschaft zu erhalten und ihn über grundlegende technische Spezifikationen aufklären, um die bevorstehende Kaufentscheidung zu erleichtern.
Wirkprinzip
Als der amerikanische Hausmeister James Murray Spangler im Jahr 1906 den ersten Prototyp eines Staubsauger baute, indem er einen Ventilator, einen Kasten und einen Kissenbezug miteinander verband, war er sich vermutlich noch nicht im Klaren darüber, wie dankbar ihm auch heute – 100 Jahre später – Millionen von Hausfrauen und –männern weltweit wohl sein würden. Das Wirkprinzip aller Staubsauger ist identisch: durch einen Motor im Inneren eines Gehäuses wird Unterdruck erzeugt, welcher Luft und Staub über ein Rohrsystem einsaugt und den Staub in einem luftdurchlässigen Beutel auffängt. So einfach dieses Prinzip ist, so vielfältig sind seine technischen Umsetzungen, wie im Folgenden gezeigt werden soll.
Bauformen
Die Größe des Gehäuses, die Transportfähigkeit und die Saugform entscheiden über die Bauform des Staubsaugers. Hier sollen die gängigsten Typen kurz beschrieben werden.
Bodenstaubsauger
Die gängigste Bauform unter den Staubsaugern ist der Bodenstaubsauger. Bei ihm befinden sich Motor und Staubbeutel in einem Gehäuse, welches auf dem Boden liegt und mit Rollen oder an einem Griff transportiert werden kann. Das Saugen erfolgt über ein Rohrsystem, welches aus einem flexiblen Kunststoffrohr und einem starren Metallrohr besteht. Am Ende des starren Rohres befindet sich der Saugkopf, welcher mittels Rollen über den Bodenbelag bewegt wird und so den Staub auffängt. Bei dem starren Rohr handelt es sich in der Regel um ein Teleskoprohr, sodass die Länge genau auf die Körpergröße eingestellt werden kann. Der Saugkopf kann multifunktional und somit auf mehreren Bodenbelägen einsetzbar sein (z.B. Teppich, PVC, Parkett etc.). Dieser Staubsaugertyp hat den Vorteil, dass aufgrund der Trennung von Motor- und Saugeinheit keine schwere Last beim Saugen getragen werden muss. Die Rollen am Gehäuseboden ermöglichen zudem zusätzliche Flexibilität. Darüber hinaus verfügen Bodenstaubsauger in der Regel über mehrere Saugstufen, dazu jedoch im Abschnitt Technische Spezifikationen mehr.
Handstaubsauger
Der Handstaubsauger ist im Gegensatz zum Bodenstaubsauger kompakter und leichter zu verstauen. Bei ihm sind Motor, Filter und Staubbeutel im Gehäusekorpus untergebracht, an dem direkt ein starres Rohr befestigt ist. An dessen Ende befindet sich, flexibel befestigt, der Saugkopf. Das Saugsystem wird aufrecht stehend verwandt und kann sowohl aufrecht als auch liegend verstaut werden. Der Nachteil dieses Systems ist, dass bei der Vor- und Rückbewegung beim Saugen der gesamte Korpus samt Motor bewegt werden muss, was auf Dauer anstrengend auf die Armmuskulatur wirken kann. Zudem sind diese Systeme nicht allzu flexibel, wenn es um das Reinigen schwer erreichbarer Winkel geht. Auch spezielle Saugköpfe können nicht befestigt werden, welche bei Bodenstaubsaugern das Saugen in schmalen Ritzen oder Ecken erleichtern. Entscheidender Vorteil dieser Staubsauger ist dagegen der um ein vielfaches größere Staubbeutel, der gereinigt und wieder verwendet werden kann. Somit sinken nicht nur die laufenden Kosten des Gerätes, auch die Umwelt wird geschont.
Tischstaubsauger
Kleine handliche Geräte, welche per Batterie oder Netzkabel betrieben werden können, bezeichnet man als Tischstaubsauger. Sie verfügen über einen kleinen, leistungsschwachen Motor und einen kleinen Staubbeutel bzw. Auffangbehälter. Ihre Handlichkeit macht sie jedoch ideal für das Aufsaugen von Krümeln vom Frühstückstisch oder kleinerer Malheurs in der Küche. Akkubetriebene Geräte verfügen zumeist über eine Ladestation, in der der Staubsauger aufgeladen wird.
Spezialformen
Zentralstaubsauger
Beim so genannten Zentralstaubsauger handelt es sich um eine Staubsaugereinheit (Motor, Filter und Staubbeutel), die in der Regel im Hauskeller untergebracht wird und über ein Rohrleitungssystem mit Saugdosen in den Zimmern des Hauses verbunden ist. Nun muss lediglich ein Schlauch und ein Saugkopf an eine Saugdose im Zimmer angeschlossen werden und der zentrale Staubsauger muss eingeschaltet werden – der Motor ist stark genug, um den Unterdruck über mehrere Meter Rohrleitung hinweg aufrecht zu halten. Deutlicher Vorteil dieser Lösung ist der erhöhte Komfort, die geringere Lärmemission und die Umweltfreundlichkeit. Ein großes Manko ist dagegen jedoch der hohe Anschaffungspreis und die vorzunehmenden Modifikationen am Haus. Hinzu kommt die mangelnde Flexibilität, da nur dort gesaugt werden kann, wo eine Saugdose in der Nähe ist.
Nasssauger
Herkömmliche Staubsauger sind nicht in der Lage, Flüssigkeiten aufzusaugen. Schon geringste Mengen Feuchtigkeit können in den Motor eindringen und in diesem einen Kurzschluss erzeugen, was in der Regel zum Totalschaden des ganzen Gerätes führt. Spezielle Nasssauger verfügen über einen Feuchtigkeitsabscheider, der aufgesaugte Flüssigkeiten vom Luftstrom durch den Motor trennt und in einem Sammelbehälter auffängt. Nasssauger haben den Vorteil, dass mit ihnen nicht nur Staub und Krümel sondern auch Matsch oder vergossene Flüssigkeiten aufgesaugt werden können. Darüber hinaus verfügen die meisten Nasssauger über eine Teppichreinigungsfunktion. Hier wird eine Reinigungslösung in das Gerät eingefüllt, welche über eine Düse im Saugkopf in den Teppich eingearbeitet wird und in einem zweiten Arbeitsgang nach einer gewissen Einwirkzeit wieder aufgesaugt wird. Das maximale Saugvolumen liegt in der Regel zwischen 20 und 30 Litern. Geräte mit über 40 Litern Saugvolumen werden in der Regel gewerblich genutzt. Der Nachteil von Nasssaugern ist, dass sie aufgrund des Auffangbehälters für Flüssigkeiten größer und klobiger sind als herkömmliche Staubsauger. Darüber hinaus sind die verwendeten Motoren lauter jedoch nicht zwangsweise leistungsstärker.
Zyklonstaubsauger
Die Zyklonstaubsauger, auch Zentrifugalstaubsauger genannt, wurden erstmals vom Ingenieur James Dyson in ein kompaktes, haushaltsfreundliches Format adaptiert. Der Anschaffungspreis dieser Geräte liegt meist über dem herkömmlicher Staubsauger, amortisiert sich jedoch langfristig über den Wegfall des Staubbeutelnachkaufs. Im Zyklonstaubsauger wird die Luft sehr schnell in enger werdenden Kreisen (ähnlich einem Schneckenhaus) herumgeführt. Die in der Luft befindlichen Staubteilchen werden dabei von der Zentrifugalkraft an die Gehäusewand gedrückt und fallen letztlich auf den Gehäuseboden. Die vorgereinigte Luft passiert, bevor sie das Staubsaugergehäuse wieder verlässt, einen wieder verwendbaren Staubfilter. Nachteil beutelloser Staubsaugertypen ist die unhygienische Reinigung.
Staubsauger Roboter
Seit einigen Jahren sind auch auf dem europäischen Markt Staubsauger erhältlich, die vollkommen selbständig ganze Räume abfahren und dabei den Boden reinigen. Diese Staubsauger Roboter verfügen in der Regel über Sensoren, die ihnen bei der Orientierung in Räumen helfen und verhindern, dass bestimmte Bereiche ungereinigt bleiben. Darüber hinaus verfügen einige Geräte über Schmutzsensoren, die den Roboter so lange an der gleichen Stelle verharren lassen, bis ein erwünschtes Reinigungsergebnis erreicht ist. Die Energieversorgung erfolgt über integrierte Akkus, welche der Roboter bei nachlassender Leistung automatisch lädt, indem er in die Ladestation fährt. Die Anschaffungskosten solcher Roboter sind derzeit noch immens und die erbrachte Saugleistung dafür unverhältnismäßig schlecht. Bei stärkerer Verschmutzung ist eine nachträgliche Reinigung mit einem Hand- oder Bodenstaubsauger unumgänglich.
Technische Spezifikationen
Leistung
Die Leistung von Staubsaugern wird in der Regel in Watt angegeben. Die Watt Zahlen liegen bei Boden- und Handstaubsaugern oftmals im Bereich zwischen 1.000 und 2.500 Watt. Leider gibt diese Zahl keinen Hinweis auf die tatsächliche Saugleistung des Gerätes. Sie informiert den Kunden lediglich über die Energieaufnahme des integrierten Motors. Die Saugeffektivität des Gerätes hängt vornehmlich von der aerodynamischen Gestaltung des Gebläses und der Luftführung ab. Objektive Informationen über die Saugleistung eines Gerätes geben der Volumenstrom (Kubikmeter pro Sekunde), die Geschwindigkeit der Luft (Meter pro Sekunde) oder die maximale Druckdifferenz (in Pascal oder kPa). Auf diese Kennzahlen wird jedoch in der Regel nicht in der Produktbeschreibung oder auf der Verpackung hingewiesen.
Saugkraftregulierung
Wie bereits weiter oben angesprochen, besitzen moderne Staubsauger die Möglichkeit der Saugkraftregulierung. Hier kann die Saugkraft in der Regel stufenlos eingestellt werden. Je nach Anwendungsgebiet empfehlen sich unterschiedliche Saugstärken: während dichtfasrige Teppichböden bei hoher Saugkraft gereinigt werden sollten, damit sich die Fasern aufstellen und dazwischen befindlicher Schmutz erfasst wird, sollten Seidenteppiche oder Lammfelle nur bei geringer Saugstärke gereinigt werden, um Beschädigungen der Fasern zu vermeiden. Vorhänge und Gardinen sollten bei niedrigster Saugkraft gereinigt werden, da sie ansonsten eingesogen werden und verknittern. Die Saugkraftregulierung kann mechanisch über ein Dreh- oder Schiebepotentiometer oder elektronisch erfolgen.
Füllstandsanzeige
Bei der Füllstandsanzeige handelt es sich bei modernen Geräten meist um ein kleines Lämpchen oder eine LED, welches aufleuchtet, sobald der Staubbeutel voll ist und gewechselt werden sollte.
Saugsperre
Hochwertige Staubsauger verfügen über eine automatische Saugsperre, die verhindert, dass der Staubsauger betrieben werden kann, ohne dass ein Staubbeutel angebracht wurde. Dieses Feature kann Beschädigungen vorbeugen, da beim Saugen ohne Staubbeutel Staubpartikel in den Motor gelangen können, welche diesem irreparabel schaden können.
Filtersystem
Das Filtersystem im Staubsauger reinigt die Luft bevor sie wieder in die Umgebung abgegeben wird. Diese letzte Barriere im Staubsauger ist enorm wichtig, da sich im Staubbeutel zahlreiche mikroskopisch kleine Bakterien und Krankheitserreger befinden können. Wird der Staubsauger nicht trocken gelagert, kann es sogar zur Schimmelbildung im Staubbeutel kommen. Wird die Luft, die den Beutel durchströmt nicht gründlich gereinigt bevor sie wieder in den Raum abgegeben wird, können schlechte Gerüche und im schlimmsten Fall Krankheiten die Folgen sein. In hochwertigen Geräten werden deshalb aktive HEPA Filter eingesetzt, die die Luft von Bakterien, Staub und Gerüchen befreien.
Automatische Kabelaufwicklung
Bei Bodenstaubsaugern schon länger üblich ist die so genannte automatische Kabelaufwicklung. Das Stromkabel wird so Platz sparend im Gehäuseinneren verstaut. Das Kabel ist an einer Federwelle befestigt, die sich auf Knopfdruck dreht und das Kabel um sich wickelt und im Gehäuseinneren verschwinden lässt.
Staubsauger Zubehör
Staubsauger Zubehör
Neben der standardmäßigen Bodendüse liefern zahlreiche Hersteller spezielle Saugdüsen für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete und Bodenbeläge mit. Diese können unter anderem Fugendüsen, Möbelpinsel, Polsterdüsen, Parkettdüsen etc. sein. Diese Spezialdüsen sind oftmals in der Gehäuseklappe integriert und können so gemeinsam mit dem Staubsauger Platz sparend verstaut werden.
Multifunktionssaugdüsen
Multifunktionssaugdüsen sind Saugköpfe, welche über mehrere Einstellmöglichkeiten für unterschiedliche Bodenbeläge verfügen. So können die unterseitig angebrachten Bürsten entsprechend des Untergrundes in ihrer Länge angepasst werden, sodass das gewünschte Reinigungsergebnis erreicht wird, zugleich jedoch der Kraftaufwand bei der Vorwärts- und Rückwärtsbewegung des Gerätes nicht zu groß ist. Diese Multifunktionsdüsen sind in der Regel universell einsetzbar und können mit unterschiedlichen Fabrikaten kombiniert werden.
Staubsaugerbeutel
Bei der Anschaffung des Staubsaugers sollte auch auf die eingesetzten Staubsaugerbeutel geachtet werden, da diese den Löwenanteil der später auftretenden laufenden Kosten ausmachen. Es sollte geprüft werden, ob die benötigten Beutel im Einzelhandel ohne weiteres verfügbar sind, ob auf Produkte alternativer Hersteller ausgewichen werden kann, da diese oftmals günstiger sind als die Beutel der Originalhersteller und welches Volumen die verwendeten Beutel haben, da dies über das Austauschintervall entscheidet.
Fazit
Bei der Wahl eines Staubsaugers ist auf die persönlichen Gewohnheiten und Vorlieben beim Reinigen zu achten. Darüber hinaus nimmt das geplante Anwendungsgebiet entscheidend Einfluss auf die Kaufentscheidung. Prinzipiell lässt sich sagen, dass der Bodenstaubsauger der am weitesten verbreitete Staubsaugertyp ist und für den normalen Haushaltsgebrauch absolut empfehlenswert ist. Insbesondere Allergiker und Eltern von Kindern im Säuglingsalter sollten darauf achten, Teppiche und Polster regelmäßig zu reinigen aber auch die im Staubsauger integrierten Filter in regelmäßigen Abständen zu reinigen bzw. zu wechseln, sodass keine schädliche Staubsaugerluft in die Raumluft geblasen wird.

Kommentare von Usern: