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Preisvergleich.org Produktberater: Lautsprecher

Einleitung

Lautsprecher stellen das letzte Glied in der HiFi Kette dar. Somit sind an sie besondere Anforderungen gestellt. Die beste HiFi Anlage, bestehend aus CD-/DVD-Player, AV-Receiver oder Verstärker und gegebenenfalls Vorverstärker ist keinen Heller wert, wenn die angeschlossenen Lautsprecher minderwertiger Qualität sind oder für die Ansprüche des audiophilen Nutzers ungeeignet sind. Diese Bedingung gilt jedoch gleicher Maßen für die andere Seite der Gleichung: die besten Lautsprecher bringen nichts, wenn sie nicht von dem richtigen Equipment befeuert werden. Dieser Kaufberater soll dem potenziellen Lautsprecherkäufer die Spezifikationen und technischen Details von Lautsprechern näher bringen. Es soll aufgezeigt werden, auf welche Details zu achten sind und eine Kaufempfehlung für die unterschiedlichen Ansprüche gegeben werden.

Die Mär vom perfekten Lautsprecher

Die Erzeugung von Tönen mit Hilfe von Lautsprechern beruht auf den physikalischen Prinzipien der magnetfeldinduzierten Schwingung. Durch Anlegen einer Spannung an eine Spule versetzt diese einen Magneten, der an der Lautsprechermembran angebracht ist, in Schwingung. Diese Schwingung erzeugt den Schall, welcher sich in Wellenlinien durch die Umgebungsluft ausbreitet. Je nach angelegter Spannung schwingen Magnet und Spule mehr oder weniger stark und erzeugen somit unterschiedliche Töne.

Schwingungsprobleme

In der Regel kommt es bei Membranen zu so genannten Nachschwingungen. Diese sind physikalisch bedingt und nicht gänzlich unterdrückbar. Problem bei diesen Nachschwingungen ist, dass sie den Ton verzerren oder „schwammmig“ machen. Der erzeugte Ton ist nicht mehr präzise von nachfolgenden Tönen zu trennen. Ein Weg, um diese ungewollten Schwingungen zu reduzieren, ist zum einen die ausreichende Dämmung des Lautsprechergehäuses mit Schalldämmmatten und/oder Bitumenplatten, und zum anderen die Verwendung von wenig bis nichtresonanten Materialien beim Aufbau des Lautsprecherkorpus. Hier wird in der Regel MDF (mitteldichte Faserplatte) verwendet.

Problem der Frequenztrennung

Beim Anblick eines jeden Lautsprechers fallen die unterschiedlich großen Membranen in der Lautsprecherfront auf. Grund für diese unterschiedlichen Größen sind die variierenden Schwingungseigenschaften. Während kleine Membranen besonders für die Wiedergabe mittlerer bis hoher Frequenzbereiche geeignet sind, können große Membranen besser Töne tiefer Frequenzbereiche wiedergeben. Um jeder Membran im Lautsprechergehäuse den für sie idealen Frequenzbereich zuzuordnen, bedarf es einer so genannten Frequenzweiche. Diese trennt die Eingangsfrequenzen in 2, 3 oder mehrere Frequenzbereiche – je nachdem ob es sich um einen 2- oder 3-Wege Lautsprecher handelt – und überträgt diese an die einzelnen Membranen. Das hier auftretende Problem sind die Trennfrequenzen zwischen den einzelnen Frequenzbereichen. Keine Frequenz darf doppelt belegt sein und es darf zwischen den Bereichen auch keine Löcher geben. Tontechniker und –ingeneure müssen folglich bemüht sein, jeder Membran genau den Frequenzbereich zuzuordnen, den sie am besten wiedergeben kann. Hier ist ein Abwägen zwischen der Anzahl der Frequenzbereiche und somit der verschiedenen Membrangrößen auf der einen Seite und der Lautsprechergröße und den Produktionskosten auf der anderen Seite notwendig.

Stereo- oder Raumklang

Die meisten heute erhältlichen Kompaktanlagen oder Komplettsysteme verfügen über Mehrkanaltonverstärker – in der Regel 5.1 – und dementsprechend 5 Lautsprecher und einen Subwoofer. Die Anschaffung einer HiFi Anlage mit Raumklangfunktion ist zur absoluten Selbstverständlichkeit geworden. Der aufgeklärte Nutzer sollte sich jedoch im Vorhinein im Klaren darüber sein, was genau seine Ansprüche an eine HiFi Anlage sind und ob er tatsächlich Raumklang möchte oder nicht.

Musik

Wer seine Lautsprecher hauptsächlich für die Wiedergabe von Musik nutzt, ist mit hochwertigen Stereolautsprechern am besten beraten, da Musik für Stereoton optimiert ist. Mehrkanallautsprecher liefern hier grundsätzlich ein schlechteres Klangbild. Während dieser Qualitätsunterschied bei kleineren musikalischen Einlagen fast unbemerkt bleibt, wird er bei längerem Musikgenuss deutlich. Mehrkanallautsprecher sind für die Wiedergabe von Mehrkanalton konzipiert. Jeder einzelne Lautsprecher übernimmt eine Schlüsselrolle im Klanggefüge. Während der Centerlautsprecher in erster Linie für den hohen Frequenzbereich verantwortlich ist, übernehmen die Front- und Surroundlautsprecher die mittleren Frequenzbereiche. Der Subwoofer ist letztlich für den tiefen Frequenzbereich zuständig. Wird Musik auf einer solchen Mehrkanaltonanlage wiedergegeben, werden lediglich die beiden Frontlautsprecher angesprochen, wodurch die vollständige Klangdarstellung zu kurz kommt. Ein digitales Umrechnen des Stereosignals in ein Mehrkanalsignal, um auch die übrigen Lautsprecher anzusprechen, verbessert das Klangbild auch nicht merklich. Stereolautsprecher bedienen im Gegensatz dazu aufgrund ihrer mindestens zwei, in der Regel drei Membrantypen ein viel breiteres Spektrum des Frequenzbereichs. Insbesondere bei der Wiedergabe von DVD-Audio und SACD (Super Audio CD) sind erhöhte Anforderungen an Lautsprecher und Verstärker gestellt, da hier besonders hohe Frequenzbereiche angesprochen werden, welche von vielen Hochtönern, die in günstigen Lautsprechern verbaut sind, nicht erfasst werden.

Heimkino

Wer seine HiFi Anlage in erster Linie für die Wiedergabe von Filmton nutzt und auf ein räumliches Klangerlebnis nicht verzichten möchte, ist mit Lautsprechern für Raumklang besser bedient. Die hier etablierten Standards sind der 5.1, 6.1 und 7.1 Mehrkanalton. Die Zahl links vom Punkt steht für die Anzahl der im Raum verteilten Lautsprecher. Die Zahl nach dem Punkt symbolisiert das Vorhandensein eines Subwoofers. Die genaue Anordnung der Lautsprecher ist durch den Dolby Surround Pro Logic Standard festgelegt. Nur durch eine exakte Aufstellung der Lautsprecher kann das erwünschte Klangerlebnis erzielt werden. Mehrkanaltonverstärker verfügen über Anschlüsse für jeden einzelnen Lautsprecher. So kann jeder Lautsprecher einzeln angesprochen werden, was für ein räumliches Klangbild unerlässlich ist.

Hybride Lösungen

Generell lässt sich sagen, dass Verstärker und Lautsprecher, die für Stereoton konzipiert sind, nicht allzu gut für die Wiedergabe von Raumklang geeignet sind. Im Gegenzug sind für Raumklang optimierte Lautsprecher nicht besonders gut für die Wiedergabe von Stereoton, wie z.B. im Fall von Musik, geeignet. Fakt ist, dass wer für beide Anwendungsgebiete eine überzeugende Lösung haben möchte, sich beide Systeme parallel anschaffen sollte. Aufgrund der teilweise minimalen Größe von Surroundlautsprechern ist dies mehr ein finanzielles als ein räumliches Problem. Hybride Lösungen, die beide Anwendungsgebiete so gut bedienen, dass audiophile Nutzer davon zu überzeugen sind, sind – wenn überhaupt verfügbar – äußerst kostspielig.

Lautsprechertypen und -größe

Fälschlicherweise wird zu oft angenommen, dass die Größe von Lautsprechern als Indikator für deren Klangqualität und vor allem Lautstärke herangezogen werden kann. Hersteller wie BOSE haben bewiesen, dass selbst sehr kleine Lautsprecher in der Lage sind, Ton laut und zugleich verzerrungsfrei wiederzugeben. Die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Lautsprechergröße sollte in erster Linie in Abstimmung mit dem Volumen des Raumes, der beschallt werden soll, getroffen werden.

Regallautsprecher

Regallautsprecher sind aufgrund ihres geringen Platzbedarfs und der Möglichkeit, sie relativ unauffällig zu positionieren, der meistverkaufte Lautsprechertyp. Sie sind in erster Linie für kleinere Räume geeignet, da sie eine geringere Klangreichweite als Standlautsprecher haben. Ein Manko von Regallautsprecherlösungen ist die oftmals minderwertige Verarbeitung der tiefen Frequenzbereiche, da die Größe des Lautsprechergehäuses das Verbauen großflächiger Membranen verbietet. Ein deutlicher Vorteil von Regallautsprechern ist hingegen die besonders nachschwingungsarme Wiedergabe, da die verbauten kleinen Membranen über ein geringeres Nachschwingungspotenzial verfügen und der kleine Lautsprecherkorpus zudem weniger Resonanzvolumen bietet. Der erzeugte Klang wirkt dadurch plastischer und präziser.

Standlautsprecher

Standlautsprecher benötigen im Gegensatz zu Regallautsprechern deutlich mehr Platz. Sie sind relativ hoch, teilweise sogar deutlich über 1 Meter. Der entscheidende Vorteil von Standlautsprecher ist das breitere Klangspektrum. Aufgrund der Größe können mehrere Membranen verschiedenen Querschnitts untergebracht werden, die die verschiedenen Frequenzbereiche abdecken. Somit kann das zusätzliche Aufstellen eines Subwoofers entfallen, sofern der Standlautsprecher über Tief-/Mitteltöner verfügt. Auch bei Standlautsprechern unterscheidet man zwei prinzipielle Typen: zum einen geschlossene Lautsprechersysteme und zum anderen Bass-Reflex-Systeme. Während erstere über ein vollständig geschlossenes Gehäuse verfügen, besitzen Bass-Reflex-Systeme auf der Rückseite des Gehäuses ein oder mehrere Bass-Reflex-Rohre. Diese erlauben tieffrequenten Schwingungen, das Gehäuse zu verlassen, und ermöglichen somit eine bessere Basswiedergabe. Außerdem werden die Schwingungen weniger vom Lautsprechergehäuse absorbiert, was zu reduzierten Bassfrequenzstörungen und insgesamt zu einem klareren Klangbild führt.

Subwoofer

Empfindet man die Bedienung des Niederfrequenzbereichs durch Regallautsprecher als nicht ausreichend, kann die Anschaffung eines zusätzlichen Subwoofers Abhilfe schaffen. Die Basisregel für Subwoofer ist schnell erklärt: je größer das Subwoofergehäuse und die integrierte Lautsprechermembran, umso tiefere Bässe sind möglich. Wichtig ist, dass man beim zusätzlichen Erwerb eines Subwoofers darauf achtet, Lautsprecher desselben Herstellers zu nehmen, da diese in Bezug auf den Frequenzübergang aufeinander abgestimmt sind. Sollte doch ein Subwoofer eines anderen Herstellers gewählt werden, ist darauf zu achten, dass dessen Frequenzpunkt exakt eingestellt werden kann und auf die restlichen Lautsprecher abgestimmt wird. Ansonsten kann es zu störenden Frequenzüberlagerungen – wie im oberen Abschnitt beschrieben – kommen. Die Übergangsfrequenz des Subwoofers liegt im Heimkinobereich in der Regel bei 80 bis 100 Hz. Generell lassen sich zwei Typen von Subwoofern unterscheiden: Frontfire Subwoofer, so genannte Direktstrahler, deren Membran direkt in den Raum strahlt, und Downfire Subwoofer, deren Membran an der Unterseite des Gehäuses angebracht ist und den Bass nach unten abstrahlt. Vorteil von Downfire Modellen ist die in der Regel präzisere Basswiedergabe. Nachteil hingegen ist, dass der Einsatz aufgrund der nach unten gerichteten Tonabgabe nur in Erdgeschosswohnungen oder im eigenen Haus zu empfehlen ist. Außerdem sind Downfire Modelle nur bei Betonfußböden geeignet, da Holzfußböden unter der Schalleinwirkung zu stark mitschwingen und unerwünschte Schallinterferenzen erzeugen. Eine Besonderheit bei der Aufstellung von Subwoofern ist, dass, da das menschliche Gehör niederfrequente Töne nicht orten kann, diese beliebig im Raum erfolgen kann. So kann der Subwoofer weitestgehend unabhängig von den restlichen Lautsprechern im Raum positioniert werden.

Aktivlautsprecher

Aktivlautsprecher sind im Home Audio Bereich sehr selten anzutreffen. Sie finden überwiegend im PC Audio Bereich Anwendung. Von aktiven Lautsprechern spricht man immer dann, wenn Endverstärker und Lautsprecher in einem Gehäuse vereint sind. Das hat durchaus Vorteile gegenüber herkömmlichen passiven Lösungen. Zum einen kann der Hersteller durch Integration des Verstärkers Endstufe und Lautsprecher optimal aufeinander abstimmen, was weniger Frequenzüberschneidungen, -löcher und Klangverzerrungen zur Folge hat. Zum anderen sind die Kabelwege zwischen integriertem Verstärker und den Membranen so kurz, dass es kaum Leistungsverluste auf dem Kabelweg gibt. Ein weiterer Vorteil sind integrierte Schutzschaltungen, die es nahezu unmöglich machen, den Lautsprecher durch zu hohe Lautstärkeeinstellungen zu zerstören.
Deutlichster Nachteil von Aktivlautsprechern ist der höhere Preis, der auch durch das Entfallen eines Vollverstärkers nicht vollständig kompensiert werden kann, da es zur Ansteuerung der Aktivlautsprecher eines Vorverstärkers bedarf.

Leistung

Der Grundsatz "je mehr Watt, desto besser oder lauter" ist nicht immer korrekt. Zumal bei der Leistungsangabe peinlichst genau darauf zu achten ist, mit welchem Messverfahren die angegebene Leistung ermittelt wurde. Viel wichtiger als die reine Leistung in Watt ist der erzielbare Wirkungsgrad eines Lautsprechers und das optimale Zusammenspiel mit dem verwendeten Verstärker.

Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad von Lautsprechern wird in Prozent oder in Dezibel (dB) angegeben. Die Dezibelangabe wird auch als Kernschalldruckpegel bezeichnet. Der Wirkungsgrad berechnet sich aus dem Quotienten von abgegebener akustischer Leistung und aufgenommener elektrischer Leistung. Umso größer der Wirkungsgrad bzw. Schalldruckpegel eines Lautsprecher ist, umso effizienter arbeitet er bei der Schallerzeugung. Der Quotient macht deutlich, wieso es bei der Leistungsfähigkeit eines Lautsprechers von besonderer Wichtigkeit ist, nicht nur die Leistungsangabe in Watt (W) sondern auch den Wirkungsgrad zu betrachten. Ein Lautsprecher mit einer überdurchschnittlich hohen Watt-Leistung, aber einem zugleich niedrigen Wirkungsgrad, bedarf eines extrem leistungsfähigen Verstärkers, um die erwünschte Leistung zu erzielen, während ein Lautsprecher mit einem höheren Wirkungsgrad bereits bei geringerer Verstärkerleistung seine volle Lautstärke entfalten kann. Übliche Werte für den Wirkungsgrad bzw. den Kernschalldruckpegel liegen bei 0,2 bis 10 % bzw. 85 bis 102 dB.

P.M.P.O. Leistung

Der P.M.P.O. Leistungswert (Peak Maximum Power Output) ist der wohl am wenigsten aussagekräftige Leistungswert, der im Zusammenhang mit dem Verkauf von Lautsprechern ausgewiesen wird. Trotzdem wird gerade dieser Wert am sichtbarsten ausgewiesen. Hauptgrund dafür sind die in der Regel spektakulär hohen Watt-Leistungen, die Lautsprecher bei diesem nicht normierten P.M.P.O. Messverfahren erreichen. Der P.M.P.O. Wert gibt Aufschluss darüber, ab welcher extrem kurzfristigen Spitzenbelastung der Lautsprecher physisch zerstört wird. So kommen vollkommen unrealistische Leistungsangaben von teilweise über 3.000 Watt zustande, von denen sich der potenzielle Käufer nicht blenden lassen sollte.

Maximal- bzw. Nennbelastbarkeit

Realistische Aussagekraft bezüglich der Leistungsfähigkeit eines Lautsprechers liefern die Maximalleistungswerte und der so genannten Root Mean Square (RMS) Wert. Die Maximalleistung (auch Musikleistung genannt) gibt an, welche Leistung in Watt ein Lautsprecher für zwei Sekunden wiedergeben kann, ohne Schaden zu nehmen. Beim RMS Wert (auch Nennbelastbarkeit, Dauerleistung oder Sinusleistung genannt) wird gemessen, welche Leistung der Lautsprecher auf Dauer, also ununterbrochen reproduzieren kann.

Ohmscher Widerstand

Jeder Lautsprecher verfügt über einen Eigenwiderstand, der in Ohm angegeben wird. Je höher dieser Widerstand ist, umso mehr Energie muss der Verstärker aufbringen, um den Lautsprecher zum Klingen zu bringen. Übliche Widerstände für Lautsprecher und Verstärker liegen im Bereich zwischen 4 und 8 Ohm. Idealerweise sollten Verstärker und Lautsprecher den gleichen Widerstand aufweisen. Ist der Verstärkerwiderstand höher als der Lautsprecherwiderstand, besteht die Gefahr, dass der Verstärker überlastet wird oder das Klangbild so stark verzerrt wird, dass die Lautsprecher Schaden nehmen können. Weiterer Nachteil ist, dass die erreichbare Maximalleistung geschmälert wird. Ist hingegen der Lautsprecherwiderstand höher als der Verstärkerwiderstand, kann es bei zu starker Beanspruchung, das heißt bei der Wiedergabe extrem hoher Lautstärken, zur Zerstörung der Lautsprecher kommen.

Kabel und Anschluss

Eine gute HiFi Anlage bestehend aus hochwertigen Musikquellen (CD-, DVD-, SACD-Player etc.), hochwertigen Vor- oder Vollverstärkern und qualitativ guten Lautsprechern ist wertlos, wenn bei der Wahl der richtigen Anschlusskabel gespart wird. Zu beachten sind beim Anschluss zwei prinzipielle Kabelwege: der Kabelweg von der Musikquelle zum Verstärker und der Kabelweg vom Verstärker zu den Lautsprechern.

Von der Musikquelle zum Verstärker

Wir gehen nun von einer im Home Audio Bereich üblicherweise anzutreffenden Lösung mit einem Vollverstärker und passiven Lautsprechern aus. Der Anschluss der Musikquelle an den Verstärker erfolgt in der Regel über Cinch RCA Kabel. Beim Cinch Standard unterscheidet man analoge und digitale (S/P-DIF) Lösungen. Während bei der analogen Lösung zwei Kabel zum Einsatz kommen (in der Regel ein weißer und ein roter Anschluss), bedarf die digitale Anschlusslösung lediglich eines Kabels (in der Regel orange). Bei der Wahl des Cinch Kabels ist auf das verwendete Material zu achten. Hochwertige Cinch Kabel verfügen über vergoldete Anschlussstecker und –buchsen. Der Vorteil der goldenen Eloxierung ist die bessere Leitfähigkeit und der somit reduzierte Kabelwiderstand. Außerdem zu beachten ist die Abschirmung des Kabels, da elektromagnetische Felder, die zum Beispiel durch ein parallel verlaufendes Stromkabel erzeugt werden, den Signalweg beeinflussen können. Das Ergebnis kann ein störendes Brummen oder hochfrequentes Surren sein. Hochwertige Cinch Kabel sind daher koaxial verdrillt, wodurch eine optimale Abschirmung erreicht wird. Eine weitere Möglichkeit der Signalübertragung von der Musikquelle zum Verstärker ist über optische LWL (Lichtwellenleiter) Kabel. Hier wird das digitale Signal in Form von Lichtimpulsen (1 = Licht; 0 = kein Licht) übertragen. Vorteil der optischen Lösung ist der mögliche Einsatz extrem dünner Kabel und die Verlustfreiheit bei der Übertragung. Ein Nachteil ist der relativ hohe Preis dieser Glasfaserkabel.

Vom Verstärker zum Lautsprecher

Beim Anschluss der Lautsprecher an den Verstärker kommen herkömmliche Kupferkabel zum Einsatz. Audiophile schwören auf Vollkupferleitungen, da deren Widerstand deutlich geringer ist als der von Litzenkabeln (Bündel vieler einzelner Kupferdrähte). Der Nachteil von Vollkupferkabeln ist deren mangelnde Flexibilität, was das Verlegen deutlich erschwert. Wichtig bei der Wahl des richtigen Kabels ist der Kabelquerschnitt. Herkömmliche Lautsprecherkabel, wie sie bei günstigen Kompaktanlagen mitgeliefert werden, besitzen in der Regel einen Kabelquerschnitt von 0,8 bis 1,5 mm. Diese sind für hochwertige HiFi Anlagen absolut ungeeignet, da der Kabelwiderstand extrem hoch ist. Besser geeignet sind Kabel mit einem Querschnitt ab 3,5 mm. Besonders leistungsfähige Anlagen werden sogar mit Kabeln mit einem Querschnitt von bis zu 6 mm betrieben. Wichtig ist darauf zu achten, dass die verwendeten Kabel in die vorgesehenen Anschlüsse des Verstärkers und der Lautsprecher passen. Man unterscheidet hier zum einen Klemmanschlüsse und zum anderen Schraubanschlüsse. Klemmanschlüsse werden oftmals in günstigeren Lautsprechern und Verstärkern verbaut. Ab einem Kabelquerschnitt von ca. 2,5 mm fällt der Anschluss in der Klemme schwer, da diese für größere Querschnitte nicht vorgesehen sind. Ein weiterer Nachteil von Klemmanschlüssen ist, dass das Kabel durch die Klemme stark gequetscht wird, was zu einer Beeinträchtigung des Klangbildes führen kann. Besser sind Schraubanschlüsse, in die das abisolierte Kabelende eingeschraubt wird. Der Vorteil dieser Schraubanschlüsse ist, dass Kabel mit Querschnitten von bis zu 6 mm problemlos angeschlossen werden können und das Kabel zudem nicht allzu stark belastet wird. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, so genannte Bananstecker in Schraubanschlüssen zu verwenden. Bananstecker werden am abisolierten Kabelende fixiert und können einfach in die Schreibanschlüsse gesteckt und genauso einfach wieder entfernt werden. Diese Technik kommt besonders bei Anlagenbauern und Beschallungsfirmen zum Einsatz, da sie einen schnellen Auf- und Abbau von Audiokomponenten ermöglicht.

Anschluss des Subwoofers

Für den Anschluss des Subwoofers bestehen in der Regel zwei Möglichkeiten. Zum einen kann der Subwoofer durchgeschleift werden. Hier werden alle Lautsprecherausgänge des Verstärkers mit dem Subwoofer verbunden. Die aktive Frequenzweiche des Subwoofers greift die niederfrequenten Töne ab und gibt diese wieder. Das restliche Frequenzspektrum wird an die an den Subwoofer angeschlossenen Lautsprecher weitergeleitet. Zum anderen kann der Subwoofer über ein Cinch RCA Kabel an den Verstärker angeschlossen werden. Es besteht bei dieser Anschlussart die Möglichkeit, dem Verstärker von vornherein mitzuteilen, welche Frequenzbereiche an den Subwoofer geleitet werden sollen, sodass dieser trennscharf von den anderen Lautsprechern isoliert werden kann. Technisch einfacher und sinnvoller ist letztere Anschlussmethode.

Aufstellung der Lautsprecher

Wie bereits einige Male erwähnt, spielt neben der Wahl der richtigen Lautsprecher und richtigen Verkabelung auch deren Positionierung eine entscheidende Rolle bei der Erzeugung eines optimalen Klangbildes. Da die individuellen Gegebenheiten eines jeden Wohnraumes unendlich viele mögliche Positionierungen eröffnen, soll hier kurz auf grundlegende „Spielregeln“ eingegangen werden.
Zunächst ist wichtig, dass die Lautsprecher auf der gleichen Höhe positioniert sind – sowohl vertikal als auch horizontal betrachtet. Die Lautsprecher sollten möglichst auf Ohrhöhe platziert sein und auch den gleichen Abstand zum Hörer haben. Generell lässt sich sagen, dass der beste Klang dann erreicht wird, wenn die Lautsprecher möglichst frei stehen. Das heißt, dass zu den Seiten mindestens ein halber Meter und zur Rückwand ein Meter frei bleiben sollte. Außerdem ist eine ausreichende Entkopplung vom Fußboden zu gewährleisten. Diese wird mit Hilfe von so genannten Sub-Absorbern bzw. Lautsprecher-Spikes erzielt. Sie verhindert das Mitschwingen und Dröhnen des Fußbodens, was insbesondere bei Holzfußböden den Klang massiv verschlechtern kann. Außerdem schlecht für das Klangbild sind freistehende Objekte im Raum, die den Schall reflektieren und so zu Verzerrungen führen. Idealerweise sollte sich der Schall gleichmäßig im Raum ausbreiten und letztlich von den Raumwänden geschluckt werden, sodass es zu keinen Reflexionen und somit zu Schallinterferenzen kommt. Besonders gut geeignet zur Schallabsorption sind große Bücherregale, schwere Vorhänge und Ähnliches. Negativ auf die gleichmäßige Ausbreitung des Schalls wirken sich zum Beispiel Dachschrägen oder Erker aus. Bevor man sich für eine endgültige Position der Lautsprecher entscheidet, sollten am besten mehrere Positionen ausprobiert werden, bis man sich so sukzessiv an die ideale Hörposition herantastet. Hilfreich für die ideale Positionierung von Lautsprechern sind die Richtlinien der Dolby Pro Logic – insbesondere für die Ausrichtung von 5.1, 6.1 und 7.1 Systemen. Auch entsprechende Bücher, geben detaillierten Aufschluss über die richtige Aufstellung von Lautsprechern.

Fazit

Der Kauf von Lautsprechern ist ein komplexes Unterfangen, welches wohl bedacht sein sollte. Die Fülle von Herstellern, Qualitätsstufen und technischen Spezifikationen lassen den potenziellen Käufer schnell verzweifeln. Dieser Kaufberater sollte erste Einblicke in die Materie verschaffen, grundsätzliche technische Details erklären und bei grundlegenden Kaufentscheidungen unterstützen. Doch gerade beim Lautsprecherkauf sollte auf eine ausgiebige Beratung durch einen Fachmann nicht verzichtet werden. Auch die Lektüre einschlägiger Literatur soll dem potenziellen Käufer ans Herz gelegt werden.

Autor: Ahmet Altun

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