Einleitung
Speicherkarten spielen eine immer größer werdende Rolle in unserem alltäglichen Leben. Ob in der Digitalkamera, im MP3-Player oder im Mobiltelefon – das Speichermedium der Wahl ist in der Regel die Speicherkarte. Und das nicht ohne Berechtigung: Speicherkarten sind klein und kompakt – die Integration in das Gerätegehäuse fällt äußerst leicht. Sie sind robust und unanfällig gegen Stöße, da der integrierte Flash-Speicher anders als optische oder magnetische Speichermedien keine mechanische Leseeinheit besitzt. Zudem sind Speicherkarten mittlerweile in derartigen Größen verfügbar, dass sie eine ernsthafte Alternative zu anderen Massenspeichermedien darstellen. Zunächst soll ein Überblick über die vorhandenen Speicherkartentypen und deren Vor- und Nachteile gegeben werden. Im Anschluss sollen die technischen Spezifikationen von Kartenlesegeräten näher erläutert werden, um eine Kaufentscheidung zu erleichtern.
Speicherkartentypen
Generell werden in der IT-Welt drei Typen von Speichermedien unterschieden: magnetische Speichermedien – wie Festplatten und Disketten – optische Speichermedien – wie CDs und DVDs – und Halbleiterspeichermedien, die so genannten Flash-Speicher, welche in USB-Sticks und Speicherkarten Anwendung finden. Hier sollen nun die gängigsten Typen von Speicherkarten vorgestellt werden.
CompactFlash Card (CF)

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Die CompactFlash Technologie war lange Zeit Marktführer bei digitalen Speichermedien. Sie wurde in Computern, Digitalkameras sowie PDAs (Personal Digital Assistants) eingesetzt. Im Laufe der Zeit wurde die CompactFlash Karte jedoch zunehmend von der SecureDigital Karte abgelöst, welche aufgrund ihrer kompakteren Bauweise Vorzüge in der Unterbringung im Gerätegehäuse bietet. Lediglich bei digitalen Spiegelreflexkameras setzt man heute noch aufgrund der größeren Kapazitäten von CompactFlash Karten auf diese Technologie. Vorteile des Standards sind die Robustheit und das unter Speicherkarten unvergleichliche Preis-/Kapazitätsverhältnis. Der Standard befindet sich seit 2004 in Revision 3.0. Die Datenübertragungsrate beträgt theoretisch bis zu 66 MB/s, was dem UDMA66 Standard entspricht, die Kapazitäten liegen zwischen 4 MB und 16 GB.
SmartMedia Card (SM)
Die SmartMedia Technologie kann aus heutiger Sicht als Fehlentwicklung interpretiert werden. Neben einer zu geringen maximalen Speicherkapazität von gerade einmal 128 MB muss sie auch mit dem Nachteil kämpfen, keinen integrierten Controller zu besitzen. Sie ist somit nicht als Datenträger, sondern als reines Speichermedium zu klassifizieren. Dies erschwert ihren Einsatz in mobilen Geräten, da diese mit dem entsprechenden Controller ausgerüstet sein müssen. Außerdem beträgt die Datenübertragungsrate nur 0,8 MB/s, was das Kopieren von Fotos auf den Rechner zu einer wahren Geduldsprobe macht. Ein weiteres Manko ist die mangelnde Kompatibilität. So werden SmartMedia Karten mit 3,3 V und 5 V Betriebsspannung angeboten, die untereinander nicht kompatibel sind. Die SmartMedia Technologie wird nicht mehr weiterentwickelt und findet nur noch in alten Digitalkameras Verwendung.
Multimedia Card (MMC)

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Die 1997 von der Siemenstochter Ingentix und dem Speichermedienhersteller SanDisk entwickelte Multimedia Card Technologie gehört neben SecureDigital zu den am weitesten verbreiteten Standards. Der Multimedia Standard befindet sich derzeit in Revision 4.0. Neben einer gesteigerten Busbreite und Taktrate verfügen Karten dieser Generation über eine erhöhte Lese- und Schreibgeschwindigkeit von bis zu 52 MB/s. Die Speicherkapazität liegt zwischen 2 MB und 4 GB. Neue Entwicklungen der MMCA (Multimedia Card Association) sind die Reduced Size Multimedia Card (RS-MMC), welche nur etwa halb so groß ist wie eine normale Multimedia Card, jedoch mittels Adapter kompatibel zu MMC Lesegeräten ist. Ebenfalls eine relativ neue Entwicklung, insbesondere für Mobiltelefone, ist die Multimedia Card micro (MMC-micro), welche in ihren Abmessungen kaum größer als ein Fingernagel ist. Auch diese Kartentypen sollen dank eines Adapters kompatibel zu herkömmlichen MMC Lesegeräten sein.
SecureDigital Card (SD)

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Die SecureDigital Karte wurde im Jahr 2001 von der Firma SanDisk auf Grundlage der MMC Technologie entwickelt. Sie zählt heute zu den am weitesten verbreiteten Speicherkartenstandards, was nicht zuletzt auf das intelligente Lizenzmanagement von SanDisk zurückzuführen ist. Der Name SecureDigital verweist auf die zusätzlichen Sicherheitsfeatures von SD Karten. So verfügen SD Karten über einen mechanischen Schieberegler, der einen Schreibschutz für die auf der Speicherkarte enthaltenen Daten ermöglicht. Außerdem besitzen SD Karten einen vom Benutzer nicht einsehbaren Speicherbereich, der für das Digital Rights Management (DRM) genutzt werden kann. So können lizenzrechtliche Informationen von Bildern oder Audiotiteln in diesem Speicherbereich abgelegt werden, sodass die Weitergabe bestimmter Medieninhalte reguliert werden kann. SD Karten besitzen Speicherkapazitäten von 8 MB bis 16 GB und Datenübertragungsraten zwischen 3,6 MB/s und 20 MB/s, je nach Kartengeneration. Neben der herkömmlichen SD Karte gibt es für kleinere Geräte die miniSD sowie die microSD Karte, welche die kleinste Flash-RAM-Speicherkarte der Welt ist. Dank eines Adapters sind auch diese Karten kompatibel zu herkömmlichen SD Lesegeräten. Eine relativ neue Entwicklung von SanDisk ist die SecureDigital Ultra II, welche neben ihrer höheren Datenübertragungsrate über ein ganz besonderes Feature verfügt: die Karte besitzt einen integrierten USB Stecker, welcher zur Nutzung ausgeklappt werden kann. Dies erspart zusätzliche Kartenlesegeräte und ermöglicht einen direkten Anschluss der Karte an einen PC über die USB Schnittstelle. Geräte mit SD Kartensteckplatz sind generell abwärtskompatibel zum MMC Standard. Umgekehrt ist diese Kompatibilität jedoch nicht gegeben.
xD-Picture Card (xD)
Die xD-Picture Card ist eine Weiterentwicklung der gescheiterten SmartMedia Technologie durch Olympus und FujiFilm. Die xD Technologie findet nur in der digitalen Fotografie Einsatz und wird auch nur von den Herstellern Olympus und FujiFilm verwendet, da keine Lizenzvergabe durch die Hersteller vorgesehen ist. Dies hat auch zur Folge, dass der Standard nicht besonders verbreitet ist. Zurzeit sind Kapazitäten bis zu 6 GB verfügbar, bis zu 8 GB sind in naher Zukunft vorgesehen. Die Schreib- bzw. Lesegeschwindigkeit beträgt 3 bzw. 5 MB/s.
MemoryStick (MS)

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Der MemoryStick ist ein von Sony entwickelter Standard für digitale Speichermedien. Der MemoryStick wurde 1998 erstmals eingeführt und findet seitdem Verwendung in portablen Geräten des Herstellers, darunter Digitalkameras, PDAs, MP3-Player, Mobiltelefone der Marke Sony Ericsson, VAIO Notebooks und der PlayStation Portable. Der MemoryStick ist in verschiedenen Bauformen und Standards erhältlich: der herkömmliche MemoryStick (MS), der MemoryStick Duo (MSD), der MemoryStick Pro (MSP), der MemorySick Pro Duo (MSPD) und als neueste Variante: der MemoryStick Micro (MSM). Sticks mit dem Suffix HS für Highspeed sind Medien mit höherer Schreib- und Lesegeschwindigkeit. Die durchschnittliche Schreib- bzw. Lesegeschwindigkeit der MemorySticks liegt bei 2 bzw. 2,5 MB/s. Obwohl die Technologie nur in Geräten des Herstellers Sony Anwendung findet, verfügen Hersteller wie SanDisk und Lexar über Lizenzrechte zur Produktion der Speicherkarten.
MicroDrive (MD)
Keine Speicherkarte im oben definierten Sinne und trotzdem aufgrund seiner kompakten Größe hier aufgeführt ist der von IBM entwickelte MicroDrive. Der MicroDrive ist deshalb keine Speicherkarte im eigentlichen Sinne, da er nicht auf Halbleitertechnologie basiert, sondern auf einem magnetischen Speichermedium. Wie der Name schon erahnen lässt, befindet sich im MicroDrive eine winzige Festplatte mit bis zu 8 GB Speicherkapazität. MicroDrives finden als integriertes Gerät Anwendung in MP3-Playern, PDAs, Navigationssystemen oder Mobiltelefonen, sofern diese über große Speicherkapazitäten verfügen müssen. Die Lese- bzw. Schreibgeschwindigkeit der MicroDrives liegt im Schnitt bei 10 bzw. 5 MB/s. Deutliche Nachteile der Technologie sind die Störanfälligkeit für magnetische Felder, das Vorhandensein mechanischer Leseeinheiten, die Größe und das Gewicht, was eine Integration im Gerätegehäuse erschwert.
Interne, externe oder kombinierte bzw. integrierte Kartenlesegeräte
Bei der Wahl eines Kartenlesegerätes stellt sich die Frage, ob dieses intern, also fest im Computer verbaut, oder extern an den Computer angeschlossen werden soll.
Interne Lösungen

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Interne Geräte werden in der Regel in einen freien 3,5“ oder 5,25“ Gehäuseschacht eingebaut. Der Anschluss erfolgt über die interne auf dem Mainboard befindliche 4- bzw. 5-Pin USB Schnittstelle. Der Vorteil interner Lösungen ist das Platzsparpotenzial auf dem Schreibtisch. Nachteil interner Lösungen ist die mangelnde Portabilität sowie die Belegung freier Ressourcen im Computergehäuse. Interne Kartenleser verfügen in der Regel über mehrere Einschübe, so dass sie in der Lage sind, mehrere Speicherkartenformate zu lesen und zu beschreiben. Darüber hinaus können interne Lösungen neben den Einschüben für Speicherkarten weitere Buchsen wie zusätzliche USB Schnittstellen, FireWire Schnittstellen oder Audio-Buchsen zum Kopfhörer- oder Mikrofonanschluss besitzen.
Externe Lösungen
Bei externen Geräten wird der Kartenleser über die USB Schnittstelle mit dem Computer verbunden. Bei der Bauform des Kartenlesers gibt es grundsätzlich zwei Typen: zum einen Single-Slot-Kartenleser, die mit Speicherkarten eines Typs kompatibel sind. Diese sind sehr kompakt und passen ohne weiteres in die Jackentasche und ermöglichen somit eine ausgezeichnete Portabilität. Zum anderen Multi-Slot-Kartenleser, die mehrere Speicherkartentypen lesen und beschreiben können. Diese sind zwar mittlerweile auch sehr flach und kompakt, trotzdem Platzintensiver als Single-Slot Varianten. Nutzt man also nur Speicherkarten eines Typs, so empfiehlt sich der Kauf eines Single-Slot Gerätes.
Kombinierte bzw. integrierte Kartenlesegeräte
Unter kombinierten Kartenlesegeräten sind Geräte verstanden, deren originäre Funktion nicht das Lesen und Beschreiben von Speicherkarten ist. Diese Funktion wird vielmehr als zusätzliches Feature eines anderen Gerätes verstanden. Solche Geräte können z.B. USB-Hubs sein, Drucker, Scanner oder externe Massenspeichergeräte wie Festplatten. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang Drucker, speziell Fotodrucker. Die Integration eines Kartenlesers in den Fotodrucker ermöglicht das Erstellen von Abzügen einer Digitalkamera ohne das Zwischenschalten eines Computers. Dies vereinfacht und beschleunigt den Fotodruck. Von einer integrierten Lösung spricht man dann, wenn der Kartenleser fest in das Gehäuse des Computers integriert ist. Dies ist vor allem bei Laptops und Notebooks neuerer Generation der Fall. Diese Lösung erspart den Anschluss eines zusätzlichen Kartenlesers, was zur Einsparung freier interner oder externer Schnittstellenressourcen beiträgt.
Technische Spezifikationen
Multifunktionalität
Viele Kartenleser sind nicht nur in der Lage, Speicherkarten eines Typs zu lesen und zu beschreiben, sondern sind kompatibel zu mehreren Speicherkartentypen. Welche Speicherkarten unterstützt werden, ist in den Spezifikationen des Gerätes angegeben. Wie multifunktional ein Kartenleser ist, verrät auf den ersten Blick jedoch in der Regel die Angabe „4 in 1“, „8 in 1“ oder sogar „12 in 1“.
Schnittstelle

USB-Kartenleser
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FireWire-Kartenleser
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Egal, ob interne oder externe Lösung, Kartenlesegeräte werden fast ausschließlich über die USB Schnittstelle betrieben. Bei internen Lösungen wird der interne 4- bzw. 5-Pin USB Anschluss verwendet. Im Falle von kombinierten Geräten, welche neben der Speicherkartenfunktionalität noch zusätzliche FireWire Schnittstellen oder Audio Buchsen bieten, müssen zusätzlich an diese rückseitig angebrachte Schnittstellen bzw. Buchsen angeschlossen werden.
Datenübertragungsgeschwindigkeit
Die Datenübertragungsgeschwindigkeit ist von zwei Faktoren abhängig: zum einen von der Schreib- und Lesegeschwindigkeit des eingesetzten Speicherkartenmediums, zum anderen von der Bandbreite der verwendeten Schnittstelle. Die Schreib- und Lesegeschwindigkeiten der unterschiedlichen Speicherkartenformate wurden bereits im Abschnitt Speicherkarten genannt. Die Bandbreite der Schnittstelle ist abhängig davon, ob das Kartenlesegerät und der Computer USB 1.1 oder USB 2.0 fähig sind. USB 1.1 ermöglicht eine Datenübertragungsrate von 1,5 MB/s, USB 2.0 bis zu 12 MB/s. Vergleicht man diese Werte mit den oben genannten Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von Speicherkarten, wird schnell klar, dass in den meisten Fällen die Übertragung vom Lesegerät zum Computer den Flaschenhals darstellt.
Fazit
Bei der Entscheidung für oder gegen eine Speicherkarte und das entsprechende Lesegerät spielen Faktoren eine Rolle, die vom potenziellen Käufer nachträglich nicht mehr geändert werden können, nämlich die Abhängigkeit von einem bestimmten Kartentyp oder –format, da er ein bestimmtes Endgerät nutzt, welches auf dieser Speicherkartentechnologie basiert. Trotzdem gibt es, wie man diesem Kaufberater unschwer entnehmen kann, durchaus gravierende Unterschiede auch innerhalb eines Kartenformates bezüglich Geschwindigkeit, Kapazität und Größe und bei Kartenlesegeräten bezüglich Anschluss, Schnittstelle und Bauform. Wie so oft ist letztlich die Kaufentscheidung von den persönlichen Präferenzen des Nutzers abhängig.
Autor: Ahmet Altun