|
GrundlagenBei Grafikkarten gibt es heute eine Grundentscheidung zu treffen: nimmt man eine Karte, die schon auf dem Mainboard verlötet ist, eine so genannte Onboard-Lösung, oder greift man zur Steckkarten-Lösung.
Hat man sich für eine Variante entschieden, geht es bei den Steckkarten weiter mit der Frage nach dem System. Zurzeit befindet sich der Markt im Umbruch und es gibt zwei Systeme.
Das ältere AGP System ist in den meisten Rechnern vorhanden und liefert für aktuelle Anwendungen und Spiele ausreichende Leistung. Neu ist der PCI-Express Steckplatz, dieser verspricht höhere Transferraten und somit auch mehr Leistung. Programme und Spiele der Zukunft werden das neue Bussystem wirklich nutzen können, momentan ist ein explizit auf der neuen Schnittstelle basierender Leistungszuwachs noch nicht zu spüren.
Vor dem Kauf einer Grafikkarte muss man sich daher erkundigen, welcher Steckplatz in seinem Rechner (auf dem Mainboard) verbaut ist, bei einen Neukauf desselben sollte unbedingt auf den PCI-Express-Stecklatz (auch PCIe) gesetzt werden.
Ihr Team von preisvergleich.org möchte Ihnen mit dieser Kaufberatung einen Einstieg in die Welt der Grafikkarten bieten und Ihnen ermöglichen, die für Sie passende Grafiklösung zu wählen.LeistungsbeurteilungSteht man nun vor der Vielzahl der Produkte im Grafikkarten-Segment, muss man sich eine kleine Übersicht über den Markt verschaffen. Durch die vielen unterschiedlichen Produktlinien der Hersteller ist es kaum möglich, auf Anhieb zu sagen, was für eine Leistung eine spezielle Grafikkarte hat.
Bei Beachtung der im Folgenden vorgestellten technischen Daten kann jedoch die Leistungsklasse einer Grafikkarte stark eingegrenzt werden, was eine recht genaue Beurteilung ermöglichen sollte.RAMBeim auf Grafikkarten verbauten Arbeitsspeicher gilt nicht automatisch, dass mehr immer besser ist. Viele Hersteller locken den Kunden mit unnötig üppigem Arbeitsspeicher, auch wenn dies im Betrieb keinen Leistungszuwachs bringt. Bei Karten im Mittelklasse-Segment nützen mehr als 128 MB RAM nichts, da die Karte nicht die nötige Rechenleistung aufbringen kann, um die im RAM zwischengelagerten Daten zu verarbeiten und somit wirksam den ganzen Speicher zu nutzen.
Bei High End Karten dürfen es auch 256 MB oder sogar 512 MB RAM sein, bei Verwendung von Kantenglättungseffekten und hohen Auflösungen kann der verwendete Arbeitsspeicher schnell knapp werden.TaktrateBei den Taktraten von Grafikkarten unterscheidet man zwischen dem Chiptakt und dem Speichertakt. Als einfache Grundregel gilt, dass ein höherer Takt mehr Leistung bringt. Dies gilt jedoch nur für Karten einer Baureihe, Grafikkarten anhand der Taktfrequenz zwischen verschiedenen Produktlinien zu vergleichen, sollte vermieden werden. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen:
Eine Geforce FX 5700 mit einer Taktrate von 475 / 450 Mhz müsste, wenn man allein die Taktraten vergleicht, eine ähnliche Leistung erbringen wie eine Radeon X800XL mit einer Taktrate von 400 / 500 Mhz. Doch das ist nicht der Fall!Weitere MerkmaleHier kommt die Chipsatz-Architektur ins Spiel. Gemeint sind hiermit die Anzahl der Rendering Pipelines, die Anzahl der Transistoren und die Speicheranbindung in Bit.
Während die Geforce aus dem Beispiel sich mit 4 Pipelines, 82 Millionen Transistoren und 128 Bit Speicheranbindung begnügt, kommt die Radeon auf ganze 16 Pipelines, 160 Millionen Transistoren und 256 Bit Speicheranbindung. Bei allen drei Merkmalen gilt die Regel: mehr ist besser.
Zudem geben auch die Sufixe Auskunft über die Leistungsfähigkeit, z.B. sind bei einer Radeon SE und LE, bei einer Geforce jedoch LE und XT Zeichen für eine stark beschnittene Leistung. Aber auch solche Karten können, u.A. wegem dem deutlich reduzierten Preis, für bestimmte Benutzertypen relevant sein, z.B. für Office-Benutzer, die kein Interesse an Spielen haben, aber dennoch eine moderne Grafikkarte verbauen wollen.Der BenutzerOffice BenutzerFür Anwender, die hauptsächlich Büroarbeit erledigen und nur ab und an eine DVD schauen, reicht eine Onboard-Lösung im Allgemeinen aus. Diese sind auf vielen aktuellen Mainboards schon vorhanden und haben den Vorteil, dass sie ganz ohne Lüfter auskommen und somit lautlos sind. Ob hier eine Intel- oder ATI-Lösung zum Einsatz kommt, hängt auch vom vorhandenen System ab. Da die Unterschiede relativ gering ausfallen, kann man beim Kauf nichts falsch machen, sofern man keine große Grafikleistung benötigt.Preisbewusster NormalanwenderFür preisbewusste Käufer, die ein wenig mehr Leistung, als von einer Onboard-Lösung zu erwarten, benötigen, sind etwas ältere, aber immer noch auf dem Markt befindliche Karten genau das Richtige. Hier reicht eine Karte im 100 – 150 Euro Bereich völlig aus. Sofern auf dem Mainboard noch ein AGP-Steckplatz verbaut ist, kann auch ruhigen Gewissens zu einer solchen Karte gegriffen werden.
Sie dürfen erwarten, dass die meisten Spiele gut und flüssig laufen, wenn auch bei Auflösung und Bildqualität Abstriche gemacht werden müssen.Heimkino Liebhaber Passiv gekühlte Grafikkarte http://www.asus.de
Eine Grafikkarte im Heimkino PC nimmt eine Sonderstellung ein. Auf der einen Seite muss Sie gut genug sein, um Filme auch in hochauflösendem HD abzuspielen, auf der anderen Seite ist es wichtig, dass sie leise ist, was meist nur über eine passive Kühllösung zu erreichen ist.
Es sind moderne Grafikkarten gefragt, die nicht nur über einen DVI-, sondern auch einen Komponenten-Ausgang sowie S-Video verfügen. Um eine geringe Lautstärke zu erreichen, kommen vor allem Karten mit passiven Kühlmethoden in Frage. Diese sind zwar teurer als eine reguläre Karte, schonen die Ohren dafür ungemein. Einzig die Größe des Kühlkörpers ist zu beachten, bei Übergrößen kann es Probleme mit anderen Komponenten des PCs geben.Der SpielerFür wahre Spieler gibt es nach oben keine Grenzen. Alles was das Budget hergibt, kann man hier ausgeben. Auch die teuren SLI- oder Crossfire-Systeme, bei denen mehrere Grafikkarten zusammenarbeiten, können eingesetzt werden, diese bringen jedoch nur bei starkem Einsatz von Effekten und hohen Auflösungen einen deutlichen Leistungszuwachs. Erfahrungsgemäß erzielen Karten, die eine Version unter dem absoluten Spitzenmodell liegen, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.FazitDer Markt ist unübersichtlich und groß, analysiert man jedoch seine persönlichen Vorstellungen und den anvisierten Verwendungszweck der Grafikkarte, schrumpft das Angebot von passenden Karten schon deutlich zusammen.
Lassen Sie sich nicht verwirren oder von unverständlichen Abkürzungen einschüchtern, behalten Sie einen klaren Kopf und wählen Sie eine Karte aus, die zu Ihren Bedürfnissen passt.
Ihr Team von preisvergleich.org hofft, Ihnen mit dieser Kaufberatung eine Hilfestellung geliefert zu haben, mit der Sie in der Lage sein werden, Ihre für Sie passende Grafikkarte zu finden.
Autoren: Gerrit Schulte;Sebastian Hösel |
|
|
|