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Preisvergleich.at Produktberater: Fahrräder

Einleitung

Beim Kauf eines Fahrrades ist der Gang in ein Fachgeschäft unerlässlich. Ein hochwertiges Fahrrad sollte keineswegs im Baumarkt oder beim Lebensmittel-Discounter erworben werden. Zu minderwertig sind oftmals sowohl Qualität als auch Beratung. Zudem sind einzelne Bauteile wie Pedale und Lenker nicht vormontiert, sodass eine genaue Anpassung an die Körpergröße des Fahrers durch den Laien unmöglich scheint. Doch auch vor dem Gang zum Fahrradhändler gibt es grundlegende Entscheidungen, die getroffen werden können. Dieser Kaufberater soll Ihnen bei diesen Grundentscheidungen zur Seite stehen und Sie optimal auf Ihren Besuch in einem Fahrradfachgeschäft vorbereiten.

Welches Fahrrad für welchen Typ

Die wichtigste Frage, die sich der Käufer zu stellen hat, ist, wofür er sein Fahrrad in erster Linie nutzen möchte. So lässt sich die Frage nach dem richtigen Fahrradmodell beantworten.

Cityrad

Das Cityrad ist in erster Linie für kurze Fahrten in der Stadt und für das tägliche Einkaufen konzipiert. Es erlaubt eine relativ aufrechte Sitzposition und wird insbesondere von Damen bevorzugt. Der Rahmen sollte aus Aluminium gefertigt sein. Je tiefer der Einstieg, umso mehr sollte auf den Rahmendurchmesser und etwaige Verstärkungsrohre geachtet werden, da hier die Belastung des Rahmens durch den niedrigen Schwerpunkt stark ansteigt. Eine Federgabel ist bei einem Cityrad kein Muss, kann aber gewählt werden. Alternativ kann auch eine gefederte Sattelstütze gewählt werden. Ein verstellbarer Lenkervorbau hilft, das Rad optimal auf die gewünschte Sitzposition zu verstellen. Besonders für Fahrten in der Stadt ist auf ein verkehrssicheres Cityrad zu achten. Das heißt, es sollten alle notwendigen Beleuchtungseinrichtungen wie Vorder- und Rücklicht sowie ausreichend Reflektoren vorhanden sein. Um auch bei schlechtem Wetter die Kleidung nicht zu verschmutzen, ist auf großzügig gestaltete Schutzbleche und einen Kettenkasten zu achten, der verhindert, dass die Kette mit dem Hosenbein in Berührung kommt. Bei der Wahl der Schaltung empfiehlt sich eine 7- oder 8-Gang Nabenschaltung, da stärkere Anstiege in der Stadt nicht zu erwarten sind. Des Weiteren ist auf einen stabilen Gepäckträger zu achten, der mindestens 20 kg Gepäck trägt, sowie auf einen Seitenständer, der das Rad auch bei voller Beladung sicher stützt.

Trekkingrad

Das Trekkingrad ist auch als Allround-Rad zu bezeichnen. Es eignet sich für die tägliche Fahrt zur Arbeit genauso wie für Radtouren am Wochenende oder längere Radreisen. Wird das Trekkingrad für längere Ausflüge genutzt, sollte darauf geachtet werden, dass ausreichend Gepäck transportiert werden kann. Hier empfehlen sich Fahrradtaschen, die links und rechts am Gepäckträger angebracht werden und möglichst gleichmäßig beladen werden sollten. Zudem sollte auf das Vorhandensein von mindestens einem Getränkehalter geachtet werden. Eine Federgabel empfiehlt sich bei Trekkingrädern. Diese sollte einen Federweg von 50 – 80 mm aufweisen und im Idealfall auf das Körpergewicht des Fahrers anpassbar sein. Zudem sollte das Trekkingrad genauso wie das Cityrad auch verkehrssicher sein. Bei der Wahl einer Schaltungsart sollte auf eine Kettenschaltung mit ausreichend Gängen für hohe Reisegeschwindigkeiten in der Ebene oder bergab gewählt werden. Zur Verzögerung eignen sich insbesondere V-Brakes Felgenbremsen. Diese garantieren guten Anzug und starke Verzögerung bei zugleich geringem Gewicht. Genau wie das Cityrad auch sollte das Trekkingrad über einen stabilen Seitenständer verfügen.

Mountainbike

Für sportliche Touren in leichtem Gelände, aber auch für rasante Abfahrten über enge Waldwege, eignet sich das Mountainbike (MTB). Aufgrund der extremen Belastung bei Off-Road Fahrten ist auf einen besonders stabilen Rahmen zu achten. Insbesondere im Tretlagerbereich sollte der Rahmen zusätzlich verstärkt sein. Bei der Federung kann sowohl ein Hardtail MTB (nur vorne gefedert) oder ein Fully (vorne und hinter gefedert) gewählt werden. Bei der Wahl der Federung sollte darauf geachtet werden, dass diese auf das Körpergewicht des Fahrers einstellbar ist. Die vordere Federgabel sollte einen Federweg von 70 – 80 mm ermöglichen. Bei der Wahl eines Vorbaus sind winkelverstellbare Vorbauten zwar praktisch, da flexibel, jedoch sollte hier unbedingt auf Markenware geachtet werden, da Vorbauten minderer Qualität bei der hohen Belastung drohen, instabil zu werden. Feste Vorbauten sind hier eine sichere Alternative. Der Lenkers sollte etwa schulterbreit sein. Die Reifen spielen bei Mountainbikes eine entscheidende Rolle. Sie müssen den Spagat zwischen optimaler Griffigkeit und zugleich angenehmen Abrollkomfort meistern. Wird das Rad auch oft auf befestigten Straßen bewegt, so sollten Reifen gewählt werden, die in der Mitte ein kurzstolliges Profil mit hohen Schulterstollen an den Seiten kombinieren. Für die Übersetzung sollte eine Kettenschaltung gewählt werden. Ideal sind robuste Schaltwerke des Herstellers Shimano und hier insbesondere die Serien LX oder XT. Wichtiger als die Anzahl der Gänge sind hier die Extremgänge für schnelle Abfahrten und Berganfahrten. Diese sollten ideal auf das Fahrverhalten des Fahrers angepasst sein. In Punkto Bremsen empfehlen sich hier Hydraulikbremsen oder Scheibenbremsen. Scheibenbremsen weisen zwar ein höheres Gewicht auf, überzeugen jedoch zugleich durch bessere Verzögerung bei Nässe.

Rennrad

Das Rennrad ist durch und durch ein Sportgerät. Noch stärker als beim Mountainbike treten hier Komfort und Straßentauglichkeit in den Hintergrund und Gewichtsreduktion und hohe Endgeschwindigkeiten in den Vordergrund. Bei der Wahl des Rahmenmaterials ist Aluminium schon lange nicht mehr das Maß der Dinge. Längst hat der extrem leichte Werkstoff Carbon, der auch in der Formel 1 zum Bau der Chassis eingesetzt wird, im Radsport Einzug gehalten. Carbon verfügt über eine weitaus größere Steifigkeit als Aluminium und ist gleichzeitig leichter. Nachteil des Werkstoffs ist, dass dem Rad so auch an Komfort verloren geht, da Carbon nahezu vollständig unnachgiebig ist. Bei der Wahl einer Gabel ist zwischen Komfort und Gewicht abzuwägen. Während Stahlgabeln den größten Komfort bieten, erlauben Gabeln aus Carbon eine Gewichtsreduktion von bis zu 35 Prozent. Bei den Reifen sind Laufleichtigkeit, Aerodynamik und Komfort zugleich zu beachten. Echte Profis fahren auf extrem dünnen Schlauchrädern. Die Reifenbreite sollte jedoch mindestens 23 mm betragen, um einen angemessenen Fahrkomfort zu gewährleisten. Rennräder verfügen über spezielle Rennradschaltungen mit derzeit maximal 10 Ritzeln. Die eingesetzten Kurbeln sind in der Regel 2-fach Kurbeln. Bei Rennrädern ist unbedingt auf starke Bremsen zu achten. Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten muss eine Bremse gewählt werden, die zum einen gut dosierbar ist, zum anderen in Extremsituationen jedoch auch kräftig zupackt.

Rahmen

Bauform

Der Rahmen stellt das Grundgerüst eines jeden Rades dar. Er trägt das Gewicht des Fahrers und hat die stärkste Belastung auszuhalten. Zudem werden sämtliche Komponenten des Rades am Rahmen starr oder beweglich befestigt. Bei der Konstruktion von Rahmen hat sich der so genannte Diamantrahmen durchgesetzt, der aus zwei Dreiecken besteht und wie ein liegender Diamant aussieht. Moderne MTB-Rahmen werden auch als Y-Rahmen bezeichnet. Für Damen und ältere Menschen eignen sich Rahmenformen, die über einen tiefen Einstieg verfügen. Diese sind unter anderem Trapezrahmen, Anglaiserahmen und viele andere. Momentan im Trend ist der sogenannte Easy Boarding Rahmen. Er verfügt über einen extrem tiefen Einstieg, da neben dem Unterrohr keine weiteren Verstrebungen zwischen vorderem und hinterem Teil des Rades verlaufen. Bei dieser Rahmenform ist der Querschnitt des Unterrohres jedoch extrem überdimensioniert, um trotz mangelnder Verstrebungen ausreichend Stabilität zu bieten.

Materialien

Die meisten heute gefertigten Fahrradrahmen werden aus Aluminium produziert. Als Grund hierfür wird oftmals das geringere Gewicht genannt, was jedoch nur bedingt richtig ist. Tatsächlich verfügt Aluminium als Werkstoff über eine geringere Festigkeit und Steifigkeit, wodurch größere Rohrdurchmesser und Wandstärken notwendig sind, was zur Folge hat, dass billig produzierte Aluminiumrahmen teilweise schwerer sind als hochwertige Stahlrahmen. Stahlrahmen haben aufgrund ihrer größeren Flexibilität viele Vorteile in Punkto Fahrkomfort. Da die Produktion hochwertiger Stahlrahmen jedoch deutlich teurer ist als die von Aluminiumrahmen, werden solche nur noch von exklusiven Herstellern angeboten. Heute findet man neben Stahl und Aluminium auch Rahmen aus teuren Werkstoffen wie Scandium, Titan oder Carbon. Doch nicht nur bei der Wahl der Materialien hat sich die Fahrradindustrie immens weiterentwickelt, auch die Vielfalt der Fügetechniken ist stark gewachsen. Stahlrahmen werden bis heute überwiegend mit Muffen gelötet oder geschweißt. Aluminium und Titan hauptsächlich geschweißt und selten auch geklebt. Carbonrahmen, auch Monocoque genannt, werden ausschließlich geklebt.

Gangschaltung

Die Gangschaltung stellt eines der zentralen aber auch zugleich umstrittensten Elemente des Fahrrades dar. Bei der Anzahl der Gänge scheiden sich die Geister. Während vor einigen Jahren noch 14- und 18-Gang Schaltungen en vogue waren, dominieren heute 24- und sogar 27-Gang Schaltungen das Premium-Segment. Was vielen nicht bewusst ist, ist die Tatsache, dass viele der - sagen wir 27 Gänge - nahezu identisch sind. Andere sind nicht nutzbar, bei deren Wahl durch Kombination eines Ritzels an der Radnabe und eines anderen an der Kurbel die Kette zu schief läuft und so zu stark verschleißt oder sogar abfliegt. Wichtig bei der Wahl einer Schaltung sind neben der Anzahl der Gänge der Extrembereich für Abfahrten und Berganfahrten und die Abstufung zwischen diesen Bereichen. Doch vor der Entscheidung für die Zahl der Schaltebenen ist zunächst die Entscheidung für oder gegen eine Schalttechnik zu treffen. Man unterscheidet hier Nabenschaltungen und Kettenschaltungen.

Nabenschaltung

Nabenschaltungen bringen gegenüber Kettenschaltungen den entscheidenden Vorteil, dass die gesamte Schalttechnik in der Nabe des Hinterrades verborgen ist. Diese Systeme sind nahezu vollständig wartungsfrei. Manche Fahrräder verfügen sogar über einen vollständig geschlossenen Kettenlauf, sodass diese nicht in Berührung mit Regenwasser oder Schmutz kommt. Ein Reinigen und Nachfetten der Kette ist somit beinahe über die gesamte Lebensdauer des Rades überflüssig. Zudem haben Nabenschaltungen den immensen Vorteil, dass sie sich auch im Stand schalten lassen. Das Schalten verläuft schnell und ohne Anstrengung. Nachteil der Nabenschaltung ist jedoch die verminderte Gangzahl. Üblicherweise verfügen Räder mit Nabenschaltung über 7 bis 9 Gänge. Einzig die so genannte Rohloff-Nabe verfügt über 14 Gänge, ist jedoch vergleichsweise teuer. Bewegt man sein Rad jedoch in erster Linie in der Ebene und sind allzu viele verschiedene Übersetzungsstufen nicht von Nöten, so kann eine Nabenschaltung vollkommen ausreichend sein.

Kettenschaltung

Wird ein Rad eher sportlich oder für Reisen genutzt, so empfiehlt sich die Wahl einer Kettenschaltung. Sie bietet ein breiteres Übersetzungsspektrum und zugleich eine feinere Abstufung der einzelnen Schaltstufen. Nachteil der Kettenschaltung ist jedoch ihr erhöhter Pflegebedarf und Verschleiß. Regelmäßig sollten Kette und Ritzel gereinigt und nachgefettet werden. Alle 1.500 bis 2.000 km empfiehlt sich ein Kettenwechsel. Auch die Ritzel müssen von Zeit zu Zeit getauscht werden. Kettenschaltungen mit über 10 Gängen verfügen neben dem hinteren Schaltwerk zusätzlich über vordere Kettenblätter, die je nach Wahl der Ritzelkombination vorne und hinten unterschiedliche Übersetzungsstufen erlauben.

Schalthebel

Über die Schalthebel wird die Gangschaltung eines Fahrrades bedient. Üblicherweise befinden sich diese Hebel am Lenker und nicht mehr, wie früher insbesondere bei Rennrädern üblich, am Rahmen. Dabei unterscheidet man verschiedene Varianten von Schalthebeln. Zum einen die Drehgriffschaltung, welche auch unter dem gebräuchlicheren, durch die Firma Sachs etablierten, Namen Grip Shift bekannt ist. Der Drehgriff stellt die älteste Form der Schalthebel dar und erlebt seit Anfang der 1990er Jahre seine Renaissance. Insbesondere bei Fahrrädern mit Nabenschaltung ist diese Form des Schalthebels äußerst beliebt. Durch einfaches vor- und zurückdrehen des Griffs wird die entsprechende Schaltstufe gewählt. Räder mit Kettenschaltung verfügen über zwei Drehgriffe, einen auf jeder Lenkerseite. In der Regel stellt der rechte Drehgriff die Kettenlage auf dem hinteren, der linke Drehgriff die Kettenlage auf dem vorderen Kettenblatt ein. Die zweite und auch sehr gängige Schalthebelform ist der Lenkerschaltbügel. Diese Variante kommt heute fast ausschließlich bei Rädern mit Kettenschaltung zum Einsatz. Ähnlich wie bei der Drehgriffschaltung befindet sich auf der linken und rechten Lenkerseite ein Schalthebel, über die das vordere und hintere Schaltwerk gesteuert werden können. Moderne Schalthebel verfügen über jeweils zwei Druck- bzw. Zughebel, mit Hilfe derer die Gänge hoch- bzw. runtergeschaltet werden können. Daneben verfügen viele Schalthebel auch über eine integrierte Anzeige, die die jeweils eingelegte Übersetzungsstufe anzeigt. Eher im Radrennsport im Einsatz ist der Bremsschaltgriff. Hier sind Brems- und Schalthebel am Lenker miteinander kombiniert, was das Schalten zwar komfortabler macht, den Preis für diese Schalthebelvariante aufgrund der komplexeren Produktion jedoch in die Höhe treibt.

Bremsen

Man unterscheidet bei Fahrrädern drei prinzipielle Bremsentypen.

Trommelbremse

Die Trommelbremse, auch Rücktritt- oder Nabenbremse genannt, erlaubt das Verzögern des Hinterrades, sobald das Pedalwerk entgegen der Fahrtrichtung betätigt wird. Der Vorteil der Trommelbremse ist die Wartungsarmut, da sie vollständig in die Hinterradnabe integriert ist und somit weder Schmutz noch Feuchtigkeit in sensible Teile oder Komponenten der Bremse geraten können. Nachteil dieser Bremsenvariante ist jedoch, dass sie bei länger andauerndem Bremsen, wie zum Beispiel bei Bergabfahrten, leicht zum Überhitzen neigt und somit Schaden nehmen kann. Für Alltagsfahrräder, die in erster Linie in der Stadt bewegt werden, ist diese Bremsenvariante jedoch ideal geeignet.

Felgenbremse

Die bekannteste und wohl am häufigsten eingesetzte Bremsenart ist die Felgenbremse. Die Verzögerung erfolgt hier durch die Reibung zweier Bremsklötze am Felgenrand des Rades. Die Kraftübertragung erfolgt vom Bremsgriff am Lenkrad zu den Bremsbelägen entweder über Seilzüge oder hydraulisch. Seilzüge haben gegenüber hydraulischer Kraftübertragung den Nachteil, dass sie mit der Zeit verschleißen und der Hebelweg zunimmt. Dieser Verschleiß tritt bei Hydraulikbremsen nicht auf. Zudem bieten Hydraulikbremsen eine punktgenauere Dosierbarkeit und äußerst leichte Einstellbarkeit mittels am Bremsgriff angebrachter Stellschrauben. Ein drastischer Nachteil von Felgenbremsen ist, dass sie bei Nässe eine wesentlich schlechtere Bremswirkung als bei Trockenheit aufweisen. Hinzu kommt, dass sich durch das Bremsen nicht nur die Bremsbeläge, sondern auch die Felge abnutzt, was je nach Fahrleistung nach geraumer Zeit einen Felgenwechsel erforderlich macht.

Scheibenbremse

Scheibenbremsen funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie die Felgenbremse, nur das die Bremskraft der Bremsbeläge hier nicht auf die Felge einwirkt, sondern auf eine Stahl- oder Keramikscheibe, die am Radkranz angebracht ist. Die verwendeten Bremsscheiben sind gelocht, sodass die Scheibe aufgrund der guten Belüftung nicht überhitzt. Zudem weist die Scheibenbremse sowohl bei Nässe als auch bei Trockenheit ähnlich sehr gute Bremsleistungen auf. Nachteil der Scheibenbremse ist ihr höheres Gewicht gegenüber der Felgenbremse. Hinzu kommt, dass aufgrund der Scheibenbremse eine zusätzliche, einseitige  Belastung der Gabel erfolgt, was eine verwindungssteifere Gabel erforderlich macht. Scheibenbremsen übertragen die Kraft vom Bremsgriff zu den Belägen in der Regel hydraulisch.

Reifen

Für die Wahl des richtigen Reifens spielt der Einsatzzweck des Fahrrades eine entscheidende Rolle. Während Rennradler eher schmale Reifen mit möglichst wenig Profil bevorzugen, setzen Trekkingradler und Mountainbiker auf eher breitere Reifen. Wird ein Fahrrad überwiegend auf asphaltierten Straßen gefahren, sollte von einem groben Profil abgesehen werden. Ein grobes Profil, wie zum Beispiel bei Stollenrädern, empfiehlt sich tatsächlich nur bei Fahrern, die viel im Gelände unterwegs sind. Auf befestigten Straßen fällt das grobe Profil durch zu geringen Abrollkomfort negativ auf. Anders als erwartet ist es in erster Linie nicht das Profil des Reifens, was den Halt auf Asphalt ausmacht, sondern die Gummimischung und der gewählte Luftdruck. Beim Luftdruck ist ein idealer Spagat zwischen Leichtlauf und Pannensicherheit auf der einen Seite (hoher Luftdruck) und Fahrkomfort auf der anderen Seite zu vollführen (niedriger Luftdruck). Diese Entscheidung hat jeder Fahrer individuell zu treffen. Für Trekking- und Allroundfahrer lässt sich jedoch generell sagen: ein Reifen mit einer Breite von 50 – 60 mm und einer mittleren Profilstärke ist sowohl für die Straße als auch gelegentliche Fahrten über unwegsame Pisten ideal.

Federung

Gefederte Räder liegen im Trend. Selbst günstige Räder der Einstiegsklasse verfügen über Federgabeln oder sind sogar voll gefedert. Eine Federung bringt neben Vorteilen wie einem erhöhten Fahrkomfort, Schonung des Rahmen und einer Schonung der Wirbelsäule und Gelenke durch weniger Stoßabsorption durch den Körper aber auch Nachteile mit sich. So zum Beispiel der höhere Preis des Rades, das höhere Gesamtgewicht und nicht zuletzt der gesteigerte Pflege- und Wartungsaufwand für die zusätzlichen beweglichen Teile. Jede Dämpfungseinrichtung am Fahrrad sollte regelmäßig gewartet werden und in jedem Fall auf das individuelle Körpergewicht eingestellt werden. Zudem sollte auf Modelle hochwertiger Hersteller geachtet werden, da Dämpfer minderwertiger Qualität schnell ausleiern und das Fahrrad somit instabil machen können. Prinzipiell unterscheidet man drei Dämpfungs- bzw. Federungseinheiten am Fahrrad.

Federgabel

Die vordere Federgabel ist die Standardfederungseinheit eines jeden Fahrrades und ist somit am weitesten verbreitet. Hier befinden sich in der verstärkten Gabel am Vorderrad zwei Dämpfer, die Stöße durch Straßen- oder Geländeunebenheiten absorbieren und nicht allzu stark an den Vorbau, Lenker und letztlich den Fahrer weitergeben. Die Federgabel kann mit einem Hardtail, also einem nicht gefederten Hinterbau, kombiniert sein. Es kann sich bei dem Rad jedoch auch um ein so genanntes Fully handeln, bei dem auch der Hinterbau gefedert ist.

Hinterbaufederung

Bei der Hinterbaufederung ist der gesamte hintere Teil des Rades gefedert. Dies reduziert die Stoßeinwirkung auf die Wirbelsäule bei Straßen- und Geländeunebenheiten immens. Die Hinterbaufederung ist jedoch komplex aufgebaut und verfügt über zahlreiche bewegliche Komponenten. Zudem verfügt sie über ein relativ hohes Gewicht. Ein weiterer Nachteil ist, dass bei vielen Fahrrädern durch die Hinterbaufederung der Gepäcktransport erschwert oder gar unmöglich wird. Solche Hinterbaufederungen sind für Trekking- oder Cityräder ungeeignet.

Federsattelstütze

Die Federsattelstütze ist eine einfache und kostengünstige Alternative zur Hinterbaufederung. Auch hier wird die Wirbelsäule des Fahrers geschont, jedoch muss dazu nicht der gesamte hintere Teil des Rades mitgefedert werden. Sowohl das Gewicht als auch der hohe Anschaffungspreis der Hinterbaufeder bleiben erspart. Insbesondere für Trekking- und Cityräder ist die Federsattelstütze ideal, da der Federweg für Straßenfahrten ausreichend dimensioniert ist und der Gepäcktransport nicht beeinträchtigt wird. Für Mountainbikefahrer ist die Federsattelstütze jedoch ungeeignet, da Abfahrten in der Regel ohnehin aufrecht stehend gefahren werden und zum anderen der Federweg für unwegsames Gelände zu gering ist.

Fazit

Dieser Kaufberater sollte Ihnen bei Ihrer Kaufentscheidung deutlich geholfen haben oder Ihnen zumindest neue Anregungen mit auf den Weg gegeben haben. Somit sollten Sie für Ihren Besuch beim Fahrradhändler Ihres Vertrauens vorbereitet sein. Schauen Sie doch auch in unseren Preisvergleich für Fahrräder, um Vorabinformationen über Hersteller, Modelle und Preise zu erhalten.

Autor: Ahmet Altun

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