Einleitung
Mit dem Bezahlbarwerden von DVD-Recordern sinkt der Marktanteil von herkömmlichen Videorecordern rapide. Insbesondere die im Consumerbereich verbreiteten VHS-Systeme sind stark vom Aussterben bedroht. Nur noch wenige Video-Enthusiasten und Schnittprofis nutzen weiterentwickelte Bandsysteme im Beta-System. So bietet die DVD neben der Robustheit und dem, im Vergleich zur Videokassette, handlicheren Umgang viele weitere Vorteile. Dieser Kaufberater soll dem Laien eine erste Einführung in die Technik und die Spezifikationen von DVD-Recordern bieten und fortgeschrittenen Nutzern Empfehlungen bei der Wahl des richtigen Gerätes aufzeigen.
Medienformate
Beim Kauf eines DVD-Recorders ist insbesondere auf die Medienformate zu achten, die das Gerät zu verarbeiten in der Lage ist. Verarbeiten meint hier sowohl das Beschreiben als auch das Lesen der Medien, also das Abspielen der darauf gespeicherten Filmdaten. Während mittlerweile die meisten neuen Geräte Multiformat-Recorder sind, gibt es immer noch zahlreiche Modelle auf dem Markt, die lediglich mit einem oder einigen wenigen Formattypen kompatibel sind. Dies kann sich auf die Qualität der Aufnahmen, auf die Portabilität der Aufnahmen auf andere Geräte und auf die Kosten des Medienbezugs auswirken, auch Fehlkäufe von nicht benutzbaren Medien können die Folge sein.
DVD-R
Die DVD-R (sprich: DVD-minus-R) ist ein einmalig beschreibbares DVD-Medium mit einer Speicherkapazität von 4,7 GB (entspricht etwa 4.812 MB). DVD-R ist das am weitesten verbreitete Medium zum Einsatz in DVD-Recordern, aber auch DVD-Playern.
DVD-RW
Die DVD-RW (sprich: DVD-minus-RW) kann, anders als die DVD-R, mehrmals beschrieben werden. Das Kürzel RW steht für „rewritable“, was soviel wie „wieder beschreibbar“ heißt. Das DVD-RW Format unterstützt das CPRM-System, eine Technologie, die es Fernsehsendern erlaubt, neben dem TV-Signal ein spezielles Kopierschutzsignal auszustrahlen, welches Kopien von Fernsehaufnahmen (Kopien zweiter Generation) verhindert. DVD-RW erlaubt außerdem zwei unterschiedliche Aufnahmemodi. Zum einen DVD-RW Video Mode, bei dem die Daten wie auf einer herkömmlichen DVD-R abgelegt werden. Diese Medien sind ohne weiteres auch auf andere Geräte portabel. Beim DVD-RW Video Recording Mode (kurz VR Mode) hat der Nutzer die Möglichkeit, Aufnahmen weitergehend zu editieren, Menüs anzulegen und Playlisten zu erstellen. Der Nachteil ist, dass die so erstellten Medien nicht auf andere Geräte portabel sind und nur im eigenen DVD-Recoder abgespielt werden können.
DVD+R
Die Unterschiede zur DVD-R sind technischer Natur und für normale Anwender eigentlich nicht von Interesse, Beachtung finden die Formatunterschiede nur, wenn der gewählte Recorder nicht beide Formate unterstützt und somit die Auswahl an Rohlingen eingeschränkt wird.
DVD+RW
Im Prinzip unterscheidet sich das DVD+RW Format nur in der technischen Form der Datenablage von der des DVD-RW Formats. Die Dateistruktur und der Datenstream sind nahezu identisch. DVD+RW ist ein von der DVD+RW Alliance und insbesondere von Philips mitgetragenes Format.
DVD-RAM
Das DVD-RAM Format ist ursprünglich nur für PC-Systeme und nicht für Standalone DVD-Recorder konzipiert worden. DVD-RAM-Rohlinge sind bis zu 100.000 mal wieder beschreibbar und bieten aufgrund ihrer Datenstruktur und des, einer Festplatte ähnelnden, schnellen Zugriffs die Möglichkeit des zeitversetzten Fernsehens (Time-Shift). So können Fernsehprogramme noch während der laufenden Aufnahme ab einer beliebigen bereits gespeicherten Stelle angesehen werden. Ein gravierender Nachteil der DVD-RAM ist, dass sie nur von sehr wenigen Geräten unterstützt wird und die Medien im Vergleich zu DVD-/+R und DVD-/+RW ziemlich teuer sind.
HDD
Bei sehr häufigen oder gar täglichen Aufnahmen empfiehlt sich die Wahl eines DVD-Recoders mit integrierter Festplatte. Bei den Festplatten handelt es sich in der Regel um übliche 2,5“ oder 3,5“ HDD IDE Festplatten, wie sie aus PCs oder Laptops bekannt sind. Mit Speicherkapazitäten zwischen 40 und mittlerweile über 300 GB bieten sie Aufnahmedauern von mehreren Tagen. Ein weiterer Vorteil von Geräten mit integrierten Festplatten ist die Möglichkeit, ganze DVDs, sofern diese nicht kopiergeschützt sind, zu speichern oder auf der Festplatte abgelegtes Videomaterial nachträglich zu editieren und auf DVD zu brennen. DVD-Recorder mit integrierten Festplatten sind gewöhnlich 30 bis 50% teurer als entsprechende Geräte ohne Festplattenspeicher – die Entscheidung für ein solches Gerät sollte also gut überlegt sein.
Multimediafähigkeit
Während DVD-Player schon sehr früh vollwertige Multimedialösungen darstellten, hinkten DVD-Recorder dieser Entwicklung lange Zeit hinterher. Mittlerweile hat sich dies glücklicherweise geändert und immer mehr Features werden von den Herstellern in ihre Geräte integriert.
MP3
Das MPEG-1 Audio Layer 3 Dateiformat ist ein seit mittlerweile 11 Jahren existierendes Dateiformat zur Audiokompression. Entwickelt wurde das Format ab 1985 am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen und ist aus unserem heutigen Alltag kaum mehr wegzudenken. MP3 unterstützt Datenraten zwischen 8 kBit/s und 320 kBit/s. Ab einer Datenrate von 160 kBit/s ist das komprimierte Material auch bei konzentriertem Zuhören nicht mehr vom Ausgangsmaterial unterscheidbar. Ab 192 kBit/s spricht man von Verlustfreiheit gegenüber CD-Qualität. Die meisten heute erhältlichen DVD-Recorder sind MP3-kompatibel, das heißt, sie sind in der Lage, CD- oder DVD-Medien mit im MP3-Format gespeicherten Audiodateien wiederzugeben. Interessant an dieser Funktion ist die Tatsache, dass so bis zu 1.000 Musikstücke auf einer einzigen DVD Platz finden (bei ca. 4 MB pro Audiodatei, was im Schnitt einer Kompression von 128 KBit/s entspricht).
JPEG
So wie MPEG ein Kompressionsformat für Audio- und Videoinhalte ist, ist JPEG ein Kompressionsformat für Standbilder. Nahezu alle heute erhältlichen Digitalkameras arbeiten mit diesem Dateiformat. Es ermöglicht selbst bei sehr großen Auflösungen relativ kleine Dateigrößen und somit schnellere Verarbeitungszeiten beim Speichern und Abrufen. Genau wie das Abspielen von MP3-Dateien unterstützen die meisten erhältlichen DVD-Recorder auch das Wiedergeben von JPEG-Dateien, was das Anschauen von Urlaubsfotos oder Schnappschüssen auf dem heimischen Fernseher ermöglicht. Außerdem bieten die meisten Geräte Slideshow-Funktionen, was einer automatischen Diashow nahe kommt.
MPEG4/DivX
Das DivX-Videoformat basiert auf dem MPEG4 Kompressionsstandard, einer Weiterentwicklung des bei digitalen Aufnahmen zum Einsatz kommenden MPEG2 Standards. DivX ermöglicht die Kompression von Videomaterial, welches normalerweise ganze DVDs füllt, auf die Größe einer herkömmlichen CD mit 650 bzw. 700 MB. Somit ist dieses Dateiformat insbesondere für Internetstreams und in Tauschbörsen zur Verfügung gestelltes copyrightfreies Videomaterial interessant. DivX zertifizierte DVD-Recorder sind in der Lage, Videomaterial dieses Formats von DVD oder CD abzuspielen. Das Zertifikat wird von der DivX Inc. (ehemals DivXNetworks Inc.) vergeben.
USB/FireWire
Ein seit kurzer Zeit beobachtbarer Trend bei DVD-Recordern ist die Ausstattung mit USB-Ports, FireWire-Ports und Kartenlesern. Der Universal Serial Bus Port (kurz: USB) erlaubt das Anschließen von externen Festplatten oder anderen USB-tauglichen Massenspeichergeräten an den DVD-Recorder und das Abspielen und Wiedergeben der darauf gespeicherten Daten auf dem Fernseher. Unterstützen beide Geräte den im Jahr 2002 eingeführten USB 2.0 Standard, können Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 60 MB/s übertragen werden. Schneller noch ist die FireWire-Schnittstelle. Diese insbesondere für DV-Camcorder und Digitalkameras entwickelte Schnittstelle erlaubt Datenübertragungsraten von bis zu 88 MB/s. So können Filme oder Fotos eines Camcorders oder einer Digitalkamera, die über einen FireWire-Anschluss verfügt, blitzschnell auf den DVD-Recorder übertragen werden und auf dem Fernsehgerät angezeigt oder auf DVD bzw. einer integrierten Festplatte gespeichert werden.
Cardreader
Zahlreiche DVD-Recorder verfügen neben USB-/FireWire-Konnektivität zusätzlich über Multi-Cardreader, die das Auslesen zahlreicher Speicherkartenformate ermöglichen. So können die Fotos der Digitalkamera direkt (also ohne Umweg über den PC) im DVD-Recorder ausgelesen und in Form einer Diashow auf dem Fernsehgerät präsentiert werden. In der Regel werden alle gängigen Formate unterstützt, mindestens Secure Digital/Multimedia Card, MemoryStick, Compact Flash und xD-Picture Card.
Sonstige Eigenschaften & Beachtenswertes
Multiformat DVD-Recorder
Um die Medienkompatibilität unter den verschiedenen Herstellern zu fördern und dem Kunden bei der Wahl der richtigen Medien ein Stück weit entgegen zu kommen, bieten mittlerweile einige Hersteller Geräte an, die zu mehreren Formaten kompatibel sind. Diese sind in der Regel leicht teurer als Singleformat Modelle, den Mehrpreis aber definitiv wert.
Aufnahme- und Kompressionsmodi
Je nach Wahl einer bestimmten Kompressionsrate passen mehr oder weniger Stunden Videomaterial auf einen 4,7 GB großen DVD Rohling. So hat der Anwender in der Regel die Wahl zwischen 2, 4 und 8 Stunden Aufnahmedauer. Die erhöhte Spieldauer wird zum einen durch eine stärkere Kompression des Datenstroms und zum anderen durch die Wahl einer geringeren Auflösung erreicht. So kann das Quellmaterial bei maximaler Aufnahmedauer bis auf VHS-Qualität herunterkomprimiert werden. Nachteile der stärkeren Kompression sind unter anderem Schärfeverluste und die Bildung von so genannten Artefakten, die sich in kleinen, blockartigen Bildfehlern insbesondere bei einfarbigen und flächigen Aufnahmen zeigen. Manche DVD-Recorder, so zum Beispiel die hochpreisigen Modelle des Herstellers Pioneer, bieten eine nahezu stufenlose Einstellung der Aufnahmequalität und somit der Aufnahmedauer. So lässt sich der ideale Kompromiss zwischen Qualitätsverlust und Zeitgewinn ermitteln.
Anschluss und Verkabelung
Neben der Aufnahmequalität des DVD-Recorders spielen die eingesetzten Kabel und die Art der Verkabelung eine maßgebliche Rolle für die Qualität des Aufnahmeresultats. Von billigen SCART- oder Composite-Kabeln vom Discounter ist generell abzuraten. Wer qualitativ gute Aufnahmen möchte, sollte auf hochwertige Multimedia-Kabel renommierter Hersteller setzen. Deren Preise weichen deutlich von denen günstiger Anbieter ab, sind jedoch aufgrund verbesserter Abschirmung und hoch leitfähiger Kontakte in der Regel ihr Geld wert. Bei der Verkabelung sollte darauf geachtet werden, dass – wenn vorhanden – digitale Ein- und Ausgänge für die Signalübertragung gewählt werden, da diese in der Regel verlustärmer sind. Außerdem können so Signale gesendet werden, die über eine analoge Verbindung nicht möglich sind (wie z.B. 5.1 Kanal Ton). Unterstützt der Fernseher die digitale Übertragung, sollte dies der Recorder der Wahl unbedingt auch tun, doch auch wenn noch ein älterer Fernseher angeschlossen wird, sollte über diese Investition in die Zukunft nachgedacht werden.
Medienwahl
Bei der Wahl der richtigen Medien ist zunächst auf die Kompatibilität des Gerätes zu achten. Darüber hinaus lässt sich generell sagen, dass die vom Hersteller empfohlenen Medien am besten für das entsprechende Gerät geeignet sind, da Brenn- und Abspielmodi für diese Medien optimiert sind. Für den Einsatz in Standalone DVD-Recordern lässt sich prinzipiell sagen, dass Noname-Medien von Discountern wenig geeignet sind, da diese aufgrund der hohen Fehleranfälligkeit eher für in PC-Systemen verbaute DVD-Brenner geeignet sind. Diese verfügen über eine verbesserte Fehlerkorrektur und bessere Buffer-Underrun-Schutzmechanismen.
Fazit
Bei derart vielen technischen Daten und zu beachtenden Fakten fällt es schwer, die Übersicht zu behalten. Da sich die preislichen Unterschiede, die aus den unterstützten Features resultieren, in Grenzen halten, sollten Sie zu dem Recorder tendieren, der die meisten Features bieten kann. Lassen Sie sich nicht verwirren, sondern sondieren Sie den Markt sorgfältig und entscheiden Sie sich für ein Gerät, das Ihre Ansprüche erfüllt und zudem für die Zukunft Sicherheit bietet.
Ihr Team von preisvergleich.org hofft, Ihnen mit dieser Kaufberatung behilflich gewesen zu sein, und wünscht ein entspanntes Einkaufen und viel Freude mit Ihrem neuen Gerät.

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