Das Wichtigste zuerst: Der Benutzer
Wer sich entschlossen hat, den Einsieg in die Welt der digitalen Fotografie zu wagen, sollte sich vor der Frage, welche Digitalkamera die Richtige für ihn ist, erst fragen, wie und wofür er das neue Gerät verwenden möchte und was seine eigenen Ambitionen in Bezug auf die Fotografie sind. Ihr Team von preisvergleich.org möchte Ihnen mit dieser Kaufberatung helfen, Ihren eigenen Typ zu bestimmen und unter Beachtung aller wichtigen Aspekte die richtige Kamera für Sie zu finden.
Der Anfänger oder Erinnerungsfotograf
Sie haben noch nie fotografiert und möchten gleich mit der Technik der Zukunft einsteigen? Sie haben kein Interesse am künstlerischen Aspekt, sondern möchten Feste, Ferien oder ähnliche Ereignisse festhalten, ohne sich durch Handbücher zu wälzen oder ständig an technische Daten denken zu müssen?
Sie möchten einfach nur Fotos machen, ohne sich mühsam in bestimmte Techniken einzuarbeiten?
Wenn einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft, sind sie der Gruppe der Anfänger oder Erinnerungsfotografen zuzuordnen. Für diese Gruppe ist die richtige Kamera eine einsteigerfreundliche Kompaktkamera, die Ihnen viele Voreinstellungen mitliefert und es Ihnen möglich macht, einfach schöne Momente festzuhalten. Für Sie sollte hauptsächlich der Preis und die für die Bildqualität wichtigen Merkmale, wie der Sensorchip oder der optische Zoom, wichtig sein. Zusätzliche Einstellungs- und Erweiterungsmöglichkeiten können Sie getrost außer Acht lassen.
Der Hobbyfotograf
Fotografie stellt zwar nicht den Mittelpunkt ihres Lebens dar, Sie fotografieren jedoch auch in ihrer Freizeit gerne interessante Motive und schätzen nicht nur den Erinnerungswert, sondern auch den künstlerischen Aspekt?
Dann sollten Sie je nach Ihren Ambitionen und natürlich auch Ihrem Geldbeutel entweder auf eine qualitativ hochwertige digitale Kamera oder sogar auf eines der etwas kompakteren Einsteigermodelle aus dem Bereich der digitalen Spiegelreflexkameras setzen. Entscheidend ist für Sie natürlich die Bildqualität, von daher sollten Sie hauptsächlich auf einen hochwertigen Sensorchip und ein ebensolches Objektiv Wert legen. Aber auch die sonstige Ausstattung sollten Sie beachten, je nach Ihrer persönlichen Ambition könnte für Sie auch interessant sein, welche manuellen Einstellungen gemacht werden können.
Der Profi
Fotografieren ist Ihr großes Hobby, der künstlerische Aspekt ist für Sie entscheidend?
Sie denken daran, einige Ihrer Fotos kommerziell zu verwerten, oder tun dies sogar bereits?
Dann geht für Sie kein Weg an einer digitalen Spiegelreflexkamera vorbei, um Ihre Ansprüche zu erfüllen und die Möglichkeit zu haben, absolut hochwertige Fotos zu schießen. Natürlich müssen Sie mit einem recht hohen Preis rechnen, dafür können Sie aber gerade bei der erreichbaren Qualität absolute Spitzenklasse erwarten. Für Sie sollten alle von uns genannten Aspekte relevant sein, um Ihren künstlerischen Ambitionen auch gerecht zu werden.
Technische Daten und ihre Bedeutung
Der Sensorchip
Da der Sensor den von analogen Kameras bekannten Film ersetzt und somit das Herzstück jeder Digitalkamera darstellt, sollte auf ihn natürlich besonderes Augenmerk gelegt werden. Dabei sollte sich der Benutzer jedoch nicht von der Praxis einiger Hersteller täuschen lassen, die den potenziellen Käufer glauben machen wollen, dass die Anzahl der Megapixel

Innenleben einer
Digitalkamera
allein für die Qualität der entstehenden Bilder verantwortlich ist. Der Kunde sollte sich bewusst sein, dass er mit einer größeren Anzahl von Pixeln in der Lage ist, seine Bilder in größerem Format auf Papier zu bannen oder einzelne Ausschnitte stark zu vergrößern, ohne an Qualität zu verlieren. Wer jedoch seine Fotos ausschließlich im Standart-Foto-Format ausdrucken oder entwickeln lassen möchte, sollte nicht auf immer höhere Megapixel-Zahlen hereinfallen.
Das Objektiv
Das Objektiv ist von entscheidender Bedeutung für die Bildqualität, schließlich ist dieses vor dem Sensorchip platziert und fängt das Bild ein, welches dann auf den Sensor abgebildet wird. Leider ist es nicht möglich, anhand technischer Daten die Qualität des verbauten Objektivs zu beurteilen. Unser Tipp: Wenn die Wahl zwischen einer günstigen Kamera mit vielen Megapixeln oder einer mit weniger zum gleichen Preis steht, greifen Sie, solange wie oben beschrieben auch weniger große Formate noch ihren Ansprüchen genügen, zur weniger hoch auflösenden Kamera, da bei dieser wahrscheinlich ein qualitativ hochwertigeres Objektiv verbaut wurde.
Die Zoomfunktion
Das Wichtigste zuerst: Lassen sie sich nicht von sehr hohen Werten locken, solange es sich bei dem angegebenen Zoomfaktor um einen digitalen Zoom handelt. Diese Funktion ist selbst für Gelegenheitsfotografen absolut nutzlos, da nicht wirklich an das Motiv herangezoomt, sondern lediglich ein Ausschnitt aus dem tatsächlichen Bild stark vergrößert wird, was natürlich zu erheblichen qualitativen Mängeln führt. Deshalb empfehlen wir, die Angaben zu digitalem Zoom einfach außer Acht zu lassen und stattdessen nur den angegebenen Wert für die optische Zoomfunktion zu beurteilen.
Makrofunktion
Unter der Makrofunktion versteht man die Möglichkeit, auch sehr nahe Motive zu fotografieren, ohne dass das Bild unscharf und verschwommen wirkt. Hier ist zu überlegen, ob dies wirklich gebraucht wird, wenn ja, sollte eine Kamera mit Makrofunktion ausgesucht und anhand des Mindestabstands entscheiden werden, ob diese den Ansprüchen genügt.
Das Display
Zu einem großen Vorteil moderner Digitalkameras gehört sicherlich das Display, da gemachte Fotos sofort überprüft und beurteilt werden können. Hierbei ist vor allem auf die Größe und die Auflösung des Displays zu achten, mit einem zu kleinen oder zu gering auflösendem Display ist eine sinnvolle Beurteilung gemachter Bilder kaum möglich. Ebenso sollte man auf die angebotenen Einstellungsmöglichkeiten achten, um bei Bedarf, z.B. bei starkem Sonnenlicht, den Kontrast und die Helligkeit des Displays manuell zu regeln. Eher für Fortgeschrittene geeignet und gedacht sind Kameras mit schwenkbarem Display, dies erleichtert es dem Fotografen sehr, spektakuläre Bilder auch ohne artistische Einlagen zu schießen.
Die Stromversorgung
Eine Kamera mit vielen Zusatzfeatures bringt natürlich auch einen erhöhten Stromverbrauch mit sich. Das Augenmerk des potenziellen Käufers sollte hierbei weniger auf den vom Hersteller angegebenen Laufzeiten, sondern viel mehr auf der Art der Stromversorgung liegen. Eigene Sonderlösungen eines Herstellers sind nur bedingt zu empfehlen, am sichersten fährt der Kunde mit einer Kamera, die die Möglichkeit bietet, mit normalen Batterien & Akkus betrieben zu werden, da hier bei Versagen oder z.B. im Urlaub auch schnell Ersatz beschafft werden kann.
Der Speicher
Da die gemachten Bilder in Ermangelung eines Films natürlich gespeichert werden müssen, sollte auch der Speicher der Kamera nicht zu knapp bemessen sein. Meist reicht die mitgelieferte Speicherkarte auf keinen Fall aus, so dass der Käufer in seinen Preisplan die Anschaffung einer zusätzlichen Speicherkarte unbedingt einbeziehen sollte. Die momentan gängigsten Speicherformate sind SD- und Kompakt-Flash-Karten. Unbedingt noch zu beachten ist die maximale Speichergröße, mit der die Kamera umgehen kann, da hier bei einem zu geringen Wert auch die beste und größte Speicherkarte nutzlos ist.
Automatische Einstellungen oder Verantwortung des Benutzers?
Während ein Anfänger erfreut ist über vorgefertigte Einstellung und einfach nur los fotografieren will, möchte ein Profi alles selber in die Hand nehmen und alle Einstellungen exakt an seine Bedürfnisse anpassen. Da Profis auf dem Gebiet der Fotografie natürlich schon über die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten informiert sind, folgen hier nur einige Beispiele, die auch für Anfänger durchaus interessant sind, bzw. für Profis, die noch nie digital fotografiert haben.
Der Blitz
Es kann absolut nützlich sein, Blitzeinstellungen manuell zu verändern, um entweder besondere Effekte zu erzielen oder einfach deshalb, weil die automatische Blitzfunktion nicht immer zufrieden stellende Ergebnisse liefert. Deshalb ist es sehr wünschenswert, dass die Kamera, auf die die Wahl des Kunden schließlich fällt, eine Funktion bietet, um die Intensität des Blitzes zu regulieren oder ihn ganz zu deaktivieren.
Der Weißabgleich
Hier gilt in etwa dasselbe wie beim Blitz: Der Weißabgleich wird von der Kamera automatisch durchgeführt, die Möglichkeit der manuellen Abgleichung sollte aber auch von interessierten Anfängern nicht außer Acht gelassen werden.
Das Speicherformat
Dieser Abschnitt richtet sich an die Profis, da für einen normalen Anwender aufgrund der recht geringen Qualitätsverluste das Standartformat JPEG absolut ausreichend ist. Nur Profis und Freunde aufwendiger Nachbearbeitungen am PC sollten auf die Möglichkeit achten, ob die Kamera die gemachten Bilder wahlweise auch im RAW- bzw. TIFF-Format speichern kann, da dabei zwar mehr Speicherplatz benötigt wird, die Bilder aber nicht an Qualität verlieren.
Sonstige Eigenschaften und Features
Erweiterbarkeit
Während ein Anfänger kaum Interesse haben wird, seine neue Kamera gleich mit weiteren Zusatzgeräten zu verbinden, sollten ambitionierte Fotografen und Profis darauf achten, ob die Kamera mit einem Stativ oder zusätzlichem Blitz verbunden werden kann und auch mit weiteren Objektiven kompatibel ist, um lange Freude am teuren neuen Gerät und der Fotografie damit zu haben.

Videofunktion
Über Sinn oder Unsinn einer integrierten Videoaufnahmelösung lässt sich streiten. Für Erlebnisfotografen ist es nützlich, denkwürdige Momente auch in bewegten Bildern festhalten zu können, hierbei muss aber betont werden, dass keine auf dem Markt befindliche Digitalkamera auch nur annähernd an die Bild- und Tonqualität einen normalen Videokamera heranreicht.
Pictbridge
Der Pictbridge-Standart ermöglicht es dem Anwender, ohne einen Umweg über den PC seine Bilder zu drucken, indem die Kamera direkt mit dem Drucker verbunden wird. Dies ist für alle Anwender sinnvoll, die, ohne ein Fotostudio zu besuchen, ihre Bilder selbst auf Papier bannen wollen, sich jedoch mit der Bildbearbeitung am PC nicht beschäftigen wollen oder können. Hierbei ist natürlich zu beachten, dass nicht nur die Kamera, sondern auch der Drucker diese Funktion unterstützen muss.
Fazit
Auch wenn der Markt für Digitalkameras recht unübersichtlich scheint, so kann der potenzielle Käufer dennoch leicht die für ihn passende Kamera finden, wenn er die Ratschläge dieser Kaufberatung beherzigt und sich selbst vor Augen führt, was seine persönlichen Ansprüche und Ambitionen sind und welche Funktionen er definitiv benötigt. Entscheiden Sie sich selbst, ohne sich von unnötigen Leistungsmerkmalen blenden zu lassen, für eine Kamera, welche zu Ihnen passt, und haben sie viel Spaß an der digitalen Fotografie!

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