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Einleitung

Angesichts des großen Marktes, der ständig neuen Entwicklungen und dem konstanten Hinzukommen von neuen Modellen wäre zwar eine konkrete Empfehlung einzelner Modelle möglich, aber sehr schnell veraltet und nicht im Sinne einer Kaufberatung, da eine solche den Benutzer mit dem Wissen ausstatten soll, sich selbst ein Urteil zu bilden. Deshalb sollen hier nur allgemeine Fakten genannt und die endgültige Entscheidung dem Leser überlassen werden.

Was ist die CPU?


Rückseite eines Prozessors
Die CPU (Central Processing Unit) ist der Hauptprozessor eines Computers. Er befindet sich auf dem Mainboard und verarbeitet dort alle eingehenden Befehle der verschiedenen Systemkomponenten einschließlich der Benutzereingaben und Softwarebefehlen. Über den Systembus werden die verarbeiteten Informationen vom Prozessor dann zurück oder weiter an die entsprechenden Komponenten geleitet. Folglich spielt die CPU eine zentrale und immens wichtige Rolle bei der Funktionsweise eines Computers. Zudem ist die CPU aufgrund ihrer permanenten Bereitschaft und nahezu dauerhaften Befehlsverarbeitung die – neben der Grafikkarteam meisten belastete Komponente im Computer. Je nach Leistungsfähigkeit der CPU, kann der Benutzer verschieden komplexe Aufgaben am Computer verarbeiten.

Entscheidungskriterien

Hauptentscheidungskriterium bei der Wahl der CPU ist die Leistungsfähigkeit. Diese ist in der Regel durch den Preis der CPU festgelegt, wobei Auslaufmodelle und CPUs mit veralteter Prozessorarchitektur bei ausreichender Leistung wahre Schnäppchen sein können. Doch bevor eine konkrete CPU gewählt werden kann, muss zunächst die Frage nach dem Sockel geklärt sein. Je nach Mainboard und Hersteller, werden CPUs für verschiedene Sockel hergestellt. Diese sind untereinander inkompatibel, sodass die Entscheidung für ein bestimmtes Mainboard oder einen Prozessorhersteller die Wahl der CPU in Hinblick auf den Prozessor-Sockel einschränkt. Sind Sie noch nicht im Besitz eines Mainboards und müssen sich somit für einen bestimmten Sockel-Typ entscheiden, ist unbedingt auf die Zukunftssicherheit des Sockels zu achten, um zum einen den Prozessor auf dem Mainboard austauschen und zum anderen den Prozessor auf ein anderes Mainboard portieren zu können.

Technische Daten, Bauarten und Features

AMD oder Intel?


Intel-Prozessor

AMD-Prozessor
Für das Consumer Segment im PC-Bereich reicht es vollkommen aus, die beiden Marktführer AMD und Intel zu betrachten. Die Frage der Entscheidung für den einen oder anderen Hersteller ähnelt mehr einer Glaubensentscheidung, da beide Unternehmen qualitativ hochwertige Prozessoren produzieren, die sich in ihrer Leistungsfähigkeit und im Preis kaum nachstehen. Im Einsteigersegment sind Preisunterschiede zwischen den beiden Konkurrenten marginal und auch die Leistung beider Serien ist äquivalent. Unterschiede sowohl im Preis als auch in der Leistung sind eher im Mittel- und insbesondere im Oberklassesegment erkennbar. Wer hier preisbewusst einkaufen möchte, ist mit AMD in der Regel besser beraten. Auf die Vorzüge einiger Prozessorserien soll später eingegangen werden.

Taktraten

Die Taktrate eines Prozessors verrät, wie viele Rechenoperationen er innerhalb einer Sekunde vollbringen kann. Die Vorsilbe Mega steht dabei für Millionen, die Vorsilbe Giga für Milliarden Rechenoperationen. Im August 1999 trumpfte Prozessorhersteller AMD mit seinem Athlon XP auf und löste damit den AMD K7 ab. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Prozessoren sowohl eines Herstellers als auch zwischen Herstellern anhand der Taktraten in MHz bzw. GHz vergleichbar. Besonderheiten bei der Verarbeitung von Befehlen wurden durch Zusätze wie MMX oder 3DNow gekennzeichnet. Dies änderte sich 1999, da AMD begann, seine Prozessoren nicht nach der tatsächlichen Taktrate, sondern einem fiktiven Wert zu betiteln, der die Ebenbürtigkeit zu Intel Prozessoren trotz geringerer Taktrate zeigen sollte. So taktete zum Beispiel ein Athlon XP 2000+ tatsächlich nur mit 1.667 MHz, entsprach jedoch von seiner Leistungsfähigkeit einem generationsähnlichem Intel Prozessor mit 2,0 GHz. Doch die tatsächliche Rechenleistung ist nicht allein von der Taktrate abhängig. Vielmehr ist die gesamte Prozessorarchitektur für die letztendliche Rechenleistung verantwortlich. Hierunter fallen unter anderem die Bandbreite der Speicheranbindung (Front Side Bus, kurz FSB), die IPC-Rate (Instructions per Cycle, Instruktionen pro Takt) sowie herstellerspezifische Features wie MMX, 3DNow, HT etc. Diese Details sind für Otto Normalverbraucher oftmals verborgen, sodass Sie neben Produktbeschreibungen immer sekundäre Informationsquellen zu Rate ziehen sollten. Informationen zu aktuellen Entwicklungen erhalten Sie in Fachzeitschriften, entsprechenden Foren und natürlich in unserer News Sektion.

FSB und Cache

Der Front Side Bus ist die Schnittstelle zwischen CPU und Northbridge, die Befehle an die Laufwerkscontroller, die Grafikkartenschnittstelle sowie den Arbeitsspeicher weitergibt. Je höher der FSB Takt ist, umso schneller werden Informationen zwischen CPU und den benachbarten Komponenten transportiert. Die verwendete Taktrate für den FSB ist sowohl von der CPU als auch vom Mainboard abhängig. Die Taktrate der CPU errechnet sich als Produkt des FSB-Taktes und eines Multiplikators, der für die jeweilige CPU voreingestellt ist. Wird für eine CPU ein Mainboard mit einem zu niedrigen FSB-Takt gewählt, kann es sein, dass die CPU nicht ihre volle Leistung entfalten kann.
Der Cache ist der so genannte Schattenspeicher der CPU. Er fungiert als Puffer-Speicher zwischen CPU und FSB und beliefert diesen schnellstmöglich mit Daten. Je größer der Cache-Speicher der CPU ist, umso geringer ist der Geschwindigkeitsverlust beim Datentransport zwischen CPU und Northbridge.

64 Bit Architektur

Mit der Einführung der ersten 64 Bit Prozessoren läuteten die Prozessorhersteller eine neue Systemgeneration ein. Doch stellt sich die Frage, welche Vorteile ein Umstieg auf die 64 Bit Prozessorarchitektur mit sich bringt. Zunächst bringt der gegenüber 32 Bit Systemen doppelte Befehlssatz wenig, sofern er nicht voll genutzt wird. Folglich muss, um die Vorzüge der neuen Architektur ausnutzen zu können, entsprechende Software und allem voran ein entsprechendes 64 Bit Betriebssystem installiert sein. Seit 2005 ist Windows XP Professional x64 erhältlich, was für 64 Bit Systeme als Übergangslösung dienen sollte, bis Windows Vista am Markt erhältlich ist. Doch zunächst zum gravierenden Nachteil, den der 64 Bit Befehlssatz mit sich bringt: da Adresswerte mit 64 Bit doppelt so breit sind wie mit 32 Bit, benötigen entsprechende Speicheradressierungen doppelt soviel Arbeitsspeicher und der FSB muss doppelt soviel Daten transportieren. Klarer Vorteil ist die Beschleunigung von Operationen auf dem Computer. Selbst bei herkömmlichen Programmen kann mit einem Geschwindigkeitsvorteil von 25 bis 30 Prozent gerechnet werden.

Multicore-Prozessoren

Um die Leistungsfähigkeit moderner Prozessoren weiter zu steigern, ist seit geraumer Zeit ein weiteres Drehen an der Megahertz-Schraube aufgrund der enormen Abwärme von Hochleistungsprozessoren um 4 GHz und des immensen Stromverbrauchs nicht mehr sinnvoll. Die Lösung ist die Unterbringung mehrerer Prozessorkerne auf einem Chip, die so genannte Multicore-Technologie. Sowohl AMD als auch Intel bieten Prozessoren dieser Typen an – AMD derzeit als DualCore mit zwei Kernen, Intel mit dem Core Duo und dem Core Quad mit zwei und vier Kernen. Ein Extrembeispiel für den Einsatz modernen Multicore-Technologie ist der in Sonys Playstation 3 verbaute 64 Bit PowerPC Prozessor mit 7 Kernen. Die Praxis zeigt, dass ein Dual-Core Prozessor im Schnitt 30 bis 70 Prozent mehr Leistung erbringt als ein äquivalenter Single-Core Prozessor. Doch auch hier gilt wie bereits für 64 Bit Systeme erwähnt: die volle Leistung zweier oder mehr Kerne wird nur dann tatsächlich bereitgestellt, wenn sie auch von entsprechender Software abgerufen wird.

Anwendungsgebiete

Nachdem Sie nun die verschiedenen Einzelheiten und technischen Details moderner CPUs kennen gelernt haben, ist es nun an der Zeit, eine Kaufempfehlung für die verschiedenen Anwendungsgebiete abzugeben.

Office und Internet

Wer seinen Rechner lediglich für Officeanwendungen und das Surfen im Internet nutzt, kann getrost zu einem Prozessor der Einstiegsklasse greifen. Diese verfügen zwar in der Regel nicht über sonderlich geringere Taktraten als Mittelklasse CPUs, jedoch ist ihr Befehlssatz und Cache reduziert. Da kaum Preis- oder Leistungsunterschiede auszumachen sind, kann hier sowohl zu einem AMD- als auch Intel-Prozessor gegriffen werden.

Media Center PC

Soll der Prozessor in einem Media Center PC eingesetzt werden, so ist auf einige Details zu achten. Media Center PCs sind in der Regel in flachen Desktop Gehäuse untergebracht, die nur Mini- oder Micro-ATX Mainboards aufnehmen. Der anzuschaffende Prozessor sollte also einen zu solchen Mainboards kompatiblen Sockel aufweisen. Außerdem sollte die CPU möglichst wenig Abwärme entwickeln, damit sie mit einem leistungsarmen, leisen Lüfter gekühlt werden kann, um störende Lüftergeräusche im Wohnzimmer zu vermieden. Zudem sollte die CPU nach Möglichkeit nicht allzu viel Strom aufnehmen, da Media Center PCs oftmals den ganzen Tag laufen und bei einer leistungshungrigen CPU die Stromrechnung schnell in die Höhe getrieben werden kann. Trotzdem muss die CPU einiges an Leistung mitbringen: die Wiedergabe hochauflösender Videos, Diashows und Musikbibliotheken verlangt einiges von der CPU ab. All diese Kriterien werden am Besten von so genannten Mobile-CPUs erfüllt. Diese werden normalerweise in Laptops eingesetzt, können jedoch ohne weiteres auch in Desktop PCs verbaut werden.

Video- und Fotobearbeitung

Wer auf professionelle Video- und Fotobearbeitung setzt, sollte beim Prozessor nicht geizen. Moderne Videoschnittsoftware verlangt teilweise das Äußerste von der CPU ab. Hier sollten Sie auf moderne CPUs mit speziellen, für Multimediafunktionen vorgesehenen Befehlssätzen bauen. Besonders heiße Kandidaten sind Intels Prozessoren mit HT- (Hyper Threading) Technologie. Diese sind zwar in der Regel ein wenig teurer als vergleichbare AMD Prozessoren, leisten jedoch gerade in Punkto Video- und Bildbearbeitung deutlich mehr.

Computerspiele

Gerade Computerspiele gehen verschwenderisch mit der Prozessorleistung Ihres Rechners um. Permanent steigen Systemanforderungen neuer Spiele und lassen die vor wenigen Monaten gekaufte Hardware schnell alt aussehen. Wenn Sie ein überzeugter Computerspieler sind, sollten Sie versuchen, Ihr Budget möglichst gut auf die zwei für Spielanwendungen wichtigsten Komponenten, die CPU und Grafikkarte, zu verteilen. Generell lässt sich sagen, dass AMD Prozessoren bei Computerspielen die Nase immer ein Stück weiter vorne haben. Auch von der Dual-Core Technologie werden Spieler in der Zukunft stärker profitieren.

Kühlung

Achten Sie stets darauf, dass Ihre CPU ausreichend gekühlt ist. Eine mangelnde Kühlung kann den Hitzetod für Ihre CPU bedeuten. So genannte Boxed CPUs werden inklusive passendem Kühler vertrieben. Die verbauten Lüfter sind jedoch in der Regel relativ laut und können durch ihre Geräuschentwicklung beim Arbeiten stören. Sollten Sie eine CPU als so genannte Bulk Ware (ohne CPU-Kühler) erwerben, müssen Sie den Kühler gesondert kaufen. Achten Sie darauf, dass der Kühler auf den von Ihnen verwendeten Sockel passt, für die Taktrate der CPU freigegeben ist und ohne weiteres in Ihr Computerghäuse passt. Eine besondere Form der CPU-Kühlung ist die Wasserkühlung, bei der der Prozessor nicht durch einen luft-, sondern einen wasserdurchströmten Kühlkörper gekühlt wird. Weitere Informationen zum Thema Wasserkühlung finden Sie in unserem Kaufberater Case Modding.

Fazit

Wie eingangs beschrieben, ist aufgrund der rasanten Entwicklung moderner Prozessoren und Architekturen keine allgemeingültige Aussage zur Eignung eines bestimmten Prozessors für die eine oder andere Tätigkeit möglich. Dieser Kaufberater sollte eher den Zweck erfüllen, Sie bei der selbständigen Suche nach einem für Sie und Ihre Bedürfnisse optimalen Prozessor zu unterstützen und das notwendige Grundlagenwissen mitzugeben. Werfen Sie einen Blick in unseren Preisvergleich für CPUs. Dort finden Sie Prozessoren namhafter Hersteller aller Preis- und Leistungsklassen.

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