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"!Zusammen - Together!" - ein tragikomischer Blick in die 70er - vom 25.09.2006

Filme aus Skandinavien sind irgendwie anders; sie haben dieses besondere Etwas, das nicht genauer zu benennen ist, diese liebenswürdige Schrulligkeit, deren Ursprung genauso der Verschrobenheit der Bewohner wie der gleichermaßen dünn besiedelten und imposanten Landschaft geschuldet sein kann. In "Elling" ist es zu finden, in "In China essen sie Hunde" ebenfalls - und so verwundert es nicht, wenn "!Zusammen - Together!" auch ein gerütteltes Maß dieser typisch skandinavischen Kauzigkeit sein Eigen nennt.

Nach "Raus aus Amal" der nun zweite Film des schwedischen Regisseurs und Dichters Lukas Moodysson, portraitiert "!Zusammen - Together!" das Leben in einer Kommune im Schweden der 1970er, erzählt von den Hoffnungen und Plänen der (jungen) Idealisten genauso wie von ihren Desillusionierungen. So verlockend es in Anbetracht der Rennaissance der Hippieästhetik gewesen sein muss, nimmt Moodysson davon Abstand, sich dem Publikum anzubiedern: Er glättet nicht, sondern zeigt den Alltag der Kommune ungeschönt - und damit auch die geistige Distanz, die zwischen den 70ern und der Gegenwart scheinbar unüberbrückbar klafft. Mögen die einzelnen Charaktere separat betrachtet auch recht stereotyp wirken ("der radikale Marxist", "die Lesbe aus politischer Überzeugung", "das duldsame Weichei"), lassen sie den zeitgenössischen Zuschauer in ihrem Zusammenspiel doch sehr gut die Konfliktherde "innerhalb der Alternative" und die Heterogenität und mitunter innere Zerrissenheit dieser "Bewegung" verstehen.

Es gibt wohl nicht allzu viele Filme, von denen man behaupten kann, eine Aufarbeitung der jüngsten Geschichte und der elterlichen Kultur zu sein, neigen doch die meisten Vertreter, die sich ebendies auf die Fahne geschrieben haben, zu süßlicher Verklärung und Idealisierung. "!Zusammen - Together!" allerdings schafft es durchaus, diesem Eigenanspruch gerecht zu werden und wirft einen so amüsierten wie desillusionierten Blick auf eine Zeit, die zwar noch nicht lange verstrichen ist, doch trotzdem bereits sehr fremd wirkt.

Autor: mw

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