ZDF fordert höhere GEZ-Gebühren ab 2008 - vom 31.01.2007
Wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet, will der öffentlich-rechtliche Rundfunksender ZDF nach den Olympischen Spielen 2008 auf den neuen Fernsehstandard HDTV umstellen. Die Umrüstung auf die neue Technik wird jedoch wieder einiges an Geld verschlingen. Wer dies zahlen soll, steht für den Sender bereits fest: Die Zuschauer natürlich. Wie hoch der Finanzbedarf sein wird, will der Sender bis April bei der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) anmelden. Dies zumindest teilte der Intendant Markus Schächter der Zeitung mit.
Anscheinend wollen die öffentlich-rechtlichen Sender sich als Schrittmacher der Digitalisierung darstellen und so bei der Politik punkten. Die KEF muss den Antrag für eine Erhöhung der Rundfunkgebühr ab 2009 bis April diesen Jahres vorliegen haben. Wie bereits angekündigt sollen die Sommerspiele, die dieses Jahr in Peking stattfinden, bereits mit der hochauflösenden HDTV-Technik ausgestrahlt werden. Diese sorgt für ein schärferes Fernsehbild mit besseren Farben.
Aber natürlich ist diese neue, bessere Technik auch entsprechend teuer. Damit das schärfere Bild auf den Fernsehern deutscher Bürger ausgestrahlt werden kann, muss nicht nur die Produktions- und Übertragungstechnik erneuert werden, zwischenzeitlich müssen die Sendungen sogar in beiden Standards gleichzeitig ausgestrahlt werden. ZDF-Produktionschef Andreas Bereczky rechnet allein für seinen Sender mit Mehrkosten von etwa 80 Millionen Euro im Jahr.
Die öffentlich-rechtlichen Sender fahren also damit fort, jede technische Neuerung sofort in Geld zu verwandeln und die Bundesbürger dafür kräftig zur Kasse zu bitten. Erst im letzten Herbst hatten die Ministerpräsidenten der Bundesländer einer GEZ-Gebühr für Internet-fähige PCs und UMTS-Handys zugestimmt.
Zurzeit steht das ZDF wohl auch in Gesprächen mit der ARD. Diese hält sich jedoch im Moment noch zurück.
Quelle: welt.de
Autor: mb |