"The Man Who Wasn´t There" auf DVD - vom 28.04.2007
Ed Crane (Billy Bob Thornton) ist ein kleiner, unbedeutender Friseur, der ein völlig durchschnittliches Leben führt und überdies eine für seinen Beruf höchst untypische Charaktereigenschaft aufweist: Er redet nicht viel, und wenn er mal den Mund aufmacht, dann spricht er auch nur das Nötigste. Diese verbale Zurückhaltung war es auch, die seine Frau Doris (Frances McDormand) einst dazu veranlasst hatte, ihn zu ehelichen. Mittlerweile hat sie allerdings eine Affäre mit ihrem Chef, von der Ed zwar weiß, die er aber - symptomatisch für ihn - mit keinem Wort erwähnt. Als ein Kunde allerdings seinen Salon betritt und von einer Idee spricht, von der er glaubt, steinreich zu werden - nur das nötige Startkapital fehle ihm -, beschließt Ed sein Leben umzukrempeln und mittels eines Erpresserbriefes an den Geliebten seiner Gattin die nötigen finanziellen Ressourcen zu beschaffen. Jener erfährt allerdings, wer hinter dem Schreiben steht, und es kommt zur Konfrontation...
"The Man Who Wasn't There" ist mehr als eine mit staubtrockenem Humor darbegotene Verbeugung vor dem Film Noir. Nicht nur die durchweg sehr guten Schauspielerleistungen lassen den Film zu einem Genuss werden, auch die Art, wie er sich präsentiert: Es ist trotz allen Humors ein ungemein doppelbödiger Film, stellt dem Zuschauer fallen und spielt mit Polen: Dem Simplen und auf das absolut Wesentliche Reduzierte in Bild und Dialog steht eine letztlich komplexe Handlung gegenüber, hat ein Verweis auf Nabokovs "Lolita" genauso seinen Platz wie einer auf Heisenbergs Unschärferelation. Alles an "The Man Who Wasn't There" ist wohl bedacht, alles ist genaustens abgewogen und so kunstvoll konstruiert, dass es wie aus einem Guss zu sein scheint. Es ist äußerst angenehm, es mit einem wirklich intelligenten Film zu tun zu haben, der nicht selbstverliebt mit seiner Durchdachtheit prahlt, sondern sich in all seiner Diffizilität dem Zuschauer überantwortet. "The Man Who Wasn't There" beweist eindrücklich, wie intelligentes Kino aussehen kann, das sich nichts auf sich einbildet.
Quelle: amazon.de
Autor: mw
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