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Samael: "Passage" - vom 26.04.2007

Es war Mitte der 90er, als Century Media diverse Düstermetalbands um sich scharte und mit seinem Labelprogramm in nicht geringem Maße stilprägend auf die damals boomende Gothic Metal-Szene wirkte. Einige der damals so beliebten wie erfolgreichen Bands - etwa Moonspell - versanken schnell in Mittelmäßigkeit, andere lösten sich auf, und wieder andere gingen unbeirrt ihren Weg, auch wenn sie trotz aller Qualität nicht an ihre frühen und mittleren Werke heranzureichen vermochten. Samael ist leider wohl der erstgenannten Kategorie zuzurechnen, was umso tragischer ist, als dass die Schweizer zuvor mit "Ceremony of Opposites" und insbesondere "Passage" hervorragende Alben veröffentlichten, deren Qualität gar nicht genug unterstrichen werden kann. Insbesondere das zweite Werk darf trotz seiner Andersartigkeit getrost als eines der Alben dieser Zeit und dieses Stils tituliert werden, greift es doch Tendenzen der "Ceremony of Opposites" auf, um sie zur Perfektion zur treiben. Druckvoll und melodiös geht es auf "Passage" zu, mit so viel Keyboardunterstützung, dass man bei jeder anderen Genreformation angewidert das Gesicht verzöge - doch Samael schafft es spielend, jeden Kitsch und billigen Pathos zu vermeiden, ganz egal, in welchem Umfang sie auch auf Tasteninstrumente zurückgreifen. Doch nicht allein ob dieser Fähigkeit ist "Passage" eine Art Gothic Metal-Pendant zu Limbonic Art: Sowohl der gleichermaßen gekonnte und massive Einsatz 'orchestraler' Elemente verbindet sie, als auch die Eigenheit, mit ihrer Musik einen brachialen, undurchdringlichen Klangsturm zu beschwören, der in aller Erhabenheit über den Hörer hinwegzieht und dem sich zu ergeben die einzige gangbare Möglichkeit ist, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Hat man sich allerdings erst einmal unterworfen, lässt man sich von der geballten Energie, die das Album versprüht, tragen, ist "Passage" ein einziger, ununterbrochener Hochgenuss.

Autor: mw

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