"Rom, offene Stadt" - vom 30.04.2007
Rom im Jahr 1944: Die von Deutschland besetzte Stadt befindet sich im Ausnahmezustand: Hunger und Leid sind allgegenwärtig, Folter, Verschleppungen und Razzien der SS ein Teil der Routine geworden. In dieser Situation ununterbrochenen Schreckens lebt die schwangere Pina - und trotz all dieser Umstände ist sie nur noch einen Fußbreit von ihrem privaten Glück entfernt: Morgen soll sie heiraten, Francesco, einen Widerstandskämpfer. Doch dann wird er am Hochzeitsmorgen verhaftet...
"Rom, offene Stadt" als Meilenstein der Filmgeschichte zu beschreiben, ist alles andere als übertrieben oder Schönrederei, ist er doch nicht nur einer der ersten europäischen Filme nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen, sondern überdies der Begründer des Neorealismus'. Mit seiner Bewegung zwischen Fiktion und (Pseudo)Dokumentation, mit seiner Ungekünsteltheit, die sogar Gerüchte aufkommen ließ, der Film sei eine einzige Improvisation und die Schauspieler seien lediglich Laien, wirkte "Rom, offene Stadt" gattungsdefinierend und trat eine wahre Welle weiterer neorealistischer Filme los, die sich - wie das Vorbild - sozialen und politischen Missständen annahmen.
Interessant ist auch der Umgang Deutschlands mit Roberto Rosselinis Film: 16 (!) Jahre war der Film in der Bundesrepublik verboten, und als schließlich einer deutschen Uraufführung nichts mehr im Wege stand, gab es lediglich eine (bis heute) geschnittene Version. Zudem hat die Synchronisation einige Entschärfungen vorgenommen, in der die "Deutschen" zu "Nazis" und "Kommunisten" zu "Sozialisten" werden. Auch wenn es sehr bedauerlich ist, dass "Rom, offene Stadt" nur verfremdet auf dem deutschen Markt erhältlich ist, ist sein Status als unumstößlicher Klassiker nicht in Zweifel zu ziehen.
Quelle: amazon.de
Autor: mw
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