R.E.M.: "Up" - vom 26.04.2007
Nach dem so rockigen wie außerordentlich erfolgreichen "New Adventures in Hi-Fi" schien es unausweichlich: R.E.M. wird zur nächsten Stadionrockband, die von einem Olympiastadion zum nächsten zieht und zusammen mit den Rolling Stones oder AC/DC auf der Bühne steht. Zum Glück erfüllte sich diese Prognose nicht - ganz im Gegenteil: Nach dem gradlinigen Album, dessen kommerzieller Erfolg im Nachhinein geradezu unausweichlich wirkt, veröffentlichte die nach dem Ausstieg des Drummers zum Trio geschrumpfte Formation mit "Up" ein Werk, das allen Erwartungen (sowohl denen der Fans als auch vermutlich jenen des Labels) zuwiderlief: Anstatt die Essenz des Vorgängers neu aufzukochen, legten die US-Amerikaner ihre bis heute experimentellste und untypischste Arbeit vor. Man erhöhte weder den Grad der Eingängikeit noch den Gitarrenfaktor, sondern nahm sich diesbezüglich sehr zurück, arbeitete stark mit elektronischen Elementen und entwarf (für Popverhältnisse) relativ verschrobene und zutiefst melancholische Klangwelten, so dass das R.E.M. definierende bittersüße Element erhalten blieb, aber die Art, wie es präsentiert und umgesetzt wurde, sich fundamental von den Vorgängern unterschied.
Auch wenn es sich stilistisch grundsätzlich von "Automatic for the People" unterscheidet, steht "Up" ebenjenem doch in nichts nach, und wenn von R.E.M. etwas in Erinnerung bleiben wird, sind es wohl diese beiden Alben, die Freunden gehobener Populärmusik uneingeschränkt empfohlen werden können.
Quelle: amazon.de
Autor: mw
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