Neuer Quad-Core-Prozessor von AMD - vom 22.09.2006
Anfang 2007 will AMD den Opteron-Prozessor mit vier Kernen einführen. Der Unterschied zu Intels Clovertown ist, dass die vier Kerne auf einer einzigen Chipfläche verbaut sind..
Der kommende Prozessor soll in der Fabrik in Dresden mit Hilfe der 65-Nanometer-Technik hergestellt werden und mit den bestehenden Systemen kompatibel sein – nur ein BIOS-Update wird benötigt
Der L1-Cache umfasst bei jedem der zwei Kernen zwei mal 64 KB für Befehle und Daten, der L2-Cache kommt mit 512 KB daher. Alle Einheiten können auf einen gemeinsamen L3-Cache mit 2 MB zugreifen und jeder CPU-Kern soll in der Lage sein, den L1-Cache der anderen Kerne auszulesen.
Auch in der Performance der Ladevorgänge soll AMD Intel überlegen sein: während bei Intel nur ein Ladevorgang pro Takt möglich ist, schafft AMD hier das Doppelte. Die
Power Now Energiespartechnologie ermöglicht es in jedem Kern die Einstellung von Spannung und Taktfrequenz unabhängig voneinander zu regeln. Obwohl durch Simulationen
bis zu 300 Prozent an Leistungssteigerung vorausgesagt werden, soll nicht mehr Wärme als bei den bereits bestehenden Modellen entstehen.
Die neue
Hypertransport-Technik „Torrenza“ erlaubt es, Chips von anderen Herstellern in das System zu integrieren: so könnte z.B. ein Physik-Prozessor bei Spielen eine noch realistischere Darstellung, oder ein TCP/IP-Offloader eine höhere Netzwerkperformance ermöglichen.
Auch im Bereich der
Virtualisierung sieht AMD sich vorne: Ob ein Device berechtigt ist auf eine Speicherzelle zuzugreifen, soll bei AMD per Hardware (Device Exclusion Vector) geregelt werden, während Intel auf die langsamere Variante via Software setzt.
Ein weiterer Vorteil ist das schnellere Umschalten zwischen verschiedenen virtuellen Maschinen, da der „Transfer Lookaside Buffer“ es ermöglicht, dass bei der Umwandlung von virtuellen in physikalische Speicheradressen nichts in den Speicher geschrieben werden muss.
Insgesamt scheint der kommende Opteron-Prozessor mit seinen vier Kernen der Intel-Schmiede überlegen zu sein. Ob das wirklich der Fall sein wird, muss in Praxis-Test erst noch bewiesen werden. Aber die Tatsache, dass der
bisherige Intel-Fan Dell nun auch an AMD-Technologien interessiert ist, lässt einen doch hoffnungsvoll Richtung 2007 blicken.
Quelle: zdnet.de