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"My dear krauts - Wie ich die Deutschen entdeckte" - vom 31.01.2007

"Plötzlich kreuzte ein Exemplar des modernen deutschen Heldentums unseren Weg: der Fahrrad-Fascho. Pinkfarbener Helm, orangene Outdoor-Jacke, enge Hose. Man roch, daß er 40 Kilometer durch den Wald gebraust und unterwegs ins Büro war, wo er seine Uniform hemmungslos weiter tragen würde. Als ich hörte, wie der Müllwagen sein Rad zermalmte, huschte ein Lächeln über meine Lippen."

So oder so ähnlich sieht uns der britische Journalist Roger Boyes, der jahrelang Deutschland-Korrespondent für die Times war. In typisch englischer Art und Weise schildert er in "My dear krauts" seine Jahre in Deutschland und sein Leben mit den Deutschen. Dabei geht es nicht so sehr um althergebrachte Vorurteile und die immer wieder geschlagene Parole "Don`t mention the war", als vielmehr um witzige Beobachtungen der Deutschen aus Sicht eines Briten. Zwar sind die ewigen Pickelhaubenträger endlich Relikte aus der Vergangenheit, dennoch findet Boyes immer noch "Kotzbrocken" vom Schlage eines Berliner Taxifahrers.

Wer genügend Humor mitbringt, um auch mal über sich selber lachen zu können, wird die "Studienreisen" des Herrn Boyes bestimmt geniessen können. Zumal die Geschichten vom Berliner Marathon, dem Speed-Dating oder dem vulgären Steuerberater Dr. von Landauer einer gewissen Komik nicht entbehren. "Very british" eben. Der Erfolg seines Buches spricht auf jeden Fall dafür, dass wir Deutschen gar nicht so steif und eitel sein können, wie oftmals behauptet.

Quelle/Bild: ullsteinbuchverlage.de
Autor: TD

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