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Musikdownloads bald kostenlos? - vom 31.01.2007

Branchenvertreter haben in der letzen Woche auf der Branchenmesse Midem im französischen Cannes angedeutet, dass die großen Musikkonzerne ihre Musik bald kostenlos im Internet anbieten könnten. Der internationale Musikverband IFPI spricht dabei von einem so genannten „experimentellen Jahr“.

Diese Nachricht klingt natürlich zunächst befremdlich. Bisher haben die großen Musik-Konzerne wie EMI oder Sony BMG mit Hilfe von aufwendigem Kopierschutz den unkontrollierten Tausch von digitaler Musik zu verhindern versucht. Rob Glaser, Chef der Internetfirma RealNetworks, sagt aber nun, dass ein Strategiewechsel bevorstehe. So könne der Verbraucher damit rechnen, dass das kostenlose Musik-Angebot in ein bis fünf Jahren zur Verfügung stehen könne. Galers Firma verkauft auf seiner Plattform „Rhapsody“ digitale Musik mit Kopierschutz. Von den Plänen will er in Gesprächen mit Konzernmanagern erfahren haben.

In mehreren Ländern gibt es bereits Experimente mit kostenlosen Download-Angeboten. Diese sollen mit Werbung finanziert werden und die Kassen der gebeutelten Musik-Industrie wieder stärker füllen. So können sich seit Montag Studenten in den USA auf dem Portal Ruckus registrieren und dort kostenlose Musik herunterladen. Im Gegenzug sehen diese sich die Werbung auf der Internetseite an. Ruckus konnte für sein Projekt alle großen Musikunternehmen gewinnen und bietet daher Musik von Künstlern wie zum Beispiel Eminem oder Beyoncé an. Die einzige Einschränkung ist hier, dass die Stücke nur auf dem PC gehört werden können, auf den sie heruntergeladen wurden. Die Dateien können nicht auf einen MP3-Player übertragen werden.

Bereits im letzten Jahr haben sich mehrere Firmen mit großen Internetportalen zusammengeschlossen. So bot bereits 2006 Yahoo einzelne Songs von bekannten Künstlern wie Norah Jones oder Jessica Simpson zum kostenlosen Download an. Sony BMG und EMI haben sich jetzt bereit erklärt, weitere Stücke für den Testlauf freizugeben. Kleine Musikverlage bieten schon seit längerem kostenlose Musikdownloads an, über die die Nutzer frei verfügen können. Der Vorteil für die kleineren Labels ist dabei klar: Sie können so mit geringem Aufwand Werbung für sich und ihre Künstler machen.

Die angeblichen Pläne wurden von Seiten der großen Musikfirmen noch nicht bestätigt. Da sich aber die Verkaufszahlen der Musikindustrie bereits seit längerem im Sinkflug befinden, werden neue Verkaufsstrategien dringend benötigt.

Quelle: welt.de
Autor: mb

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