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"Inside Man" auf DVD - vom 28.10.2006

Die Gattung des klassischen Banküberfallfilms fristet in den letzten Jahren bestefalls ein Schattendasein. Natürlich, es gab "The Italian Job" und "Ocean's Eleven", doch waren das 'lediglich' Remakes und keine Originale. Diesem Defizit hat Spike Lee ("25 Stunden", "Malcolm X"]) ein mit "Inside Man" Ende bereitet.

Deteictive Keith Frazier (Denzel Washington ["Philadelphia", "Der Manchurian Kandidat"]) wird zu einem Banküberfall gerufen, der sich am hellichten Tag mitten auf der Wall Street ereignet. Die Täter haben das Gebäude in ihre Gewalt gebracht und sämtliche in der Bank Anwesenden als Geiseln genommen - doch sie stellen keine Forderungen. Noch mysteriöser wird es, als die undurchsichtige Unterhändlerin Madeline White (Jodie Foster ["Flight Plan", "Nell"]) am Ort des Geschehens auftaucht und mit dem Kopf der Bande, Dalton Russell (Clive Owen ["King Arthur", "Dead Simple"]), zu sprechen verlangt, um ihm ein Angebot zu unterbreiten. Ebenjener Dalton Russell hat jedoch bereits gleich in der ersten Einstellung des Films dem Zuschauer erklärt, er werde das perfekte Verbrechen begehen - und zwar einzig und allein aus dem Grund, weil er dazu imstande sei.

Widmet sich Spike Lee ansonstem vornehmlich agitatorisch-wütendem Politkino, zeigt er mit "Inside Man", dass er sich auch im Mainstream zu bewegen versteht. Selbstverständlich gibt es Szenen, die auf den alltäglichen Rassismus und besonders den nur spärlich versteckten Antiislamismus hinweisen, doch ordnen sie sich als Momentaufnahmen der eigentlichen Handlung, dem geistigen Duell zwischen Frazier und Russell, unter. Gleichermaßen spannend-vorwärtstreibend und schnörkellos kommt "Inside Man" daher, ohne jeden überflüssigen Zusatzballast konzentriert sich die Erzählung auf das Wesentliche und erhält dadurch sowohl Tempo als auch Stringenz. Der Makel des Films ist das gängige Problem vieler intelligent inszenierter und konstruierter Thriller: Es sind sowohl Löcher in der Logik als auch Fragen der potenziellen (Un-)Wahrscheinlichkeit, die dazu raten, den Film auf einer emotionalen Ebene aufzunehmen und unmittelbar im Kino- respektive Wohnzimmersessel mitzufiebern, anstatt im Nachhinein über die inhaltliche Schlüssigkeit nachzugrübeln. Wer zu ersterem in der Lage ist und letzteres zu umgehen weiß, wird gewiss seine Freude an "Inside Man" haben.

Autor: mw

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