"Hooligans" auf DVD - vom 22.12.2006
Ohne eigenes Verschulden fliegt Jurastudent Matt Bruckner (Elijah Wood ["Alles ist erleuchtet", "Faculty"]) kurz vor seinem Examen von der Eliteuniversität Harvard. Um sich abzulenken, reist er zu seiner Schwester Shannon (Claire Forlani ["Das Medaillon", "Rendevouz mit Joe Black"]) nach London. Über deren Schwager Pete (Charlie Hunman ["Unterwegs nach Cold Mountain", "Nicholas Nickleby"]) lernt er eine ihm bisher unbekannte Welt kennen, die Welt der 'Green Street Elite', der Hooligans des Fußballclubs Westham United. Es ist ein verrohtes und brutales Universum, das er betritt - und eines, das ihm schneller zusagt, als er gedacht hätte. Erstmals empfindet Matt so etwas wie Halt und Gemeinschaft...
Während Hooligans für gewöhnlich nur von Außenstehenden (mittels Zeitungsberichten) betrachtet und verurteilt werden, gibt es relativ wenige Bücher und Filme, die das Innenleben dieser Subkultur eingehend und (mal mehr, mal minder) differenziert beleuchten: "No Ilores, mi querida - Weine nicht, mein Schatz" von André Pilz, "The Football Factory", "Ultra - Blutiger Sonntag" und "Geil auf Gewalt" wären hier zu nennen - und neuerdings auch "Hooligans". Dabei wird einmal mehr deutlich, dass die Dinge nicht so einfach sind, wie sie von außen scheinen. So wird in "Hooligans" beispielsweise mit dem Klischee aufgeräumt, die Randalierer wären Menschen aus der Gosse, ausnahmslos Unterschichtmitglieder bar jeder Bildung - im Gegenteil: Pete ist Lehrer, während andere als Piloten oder Webdesigner arbeiten, 'ganz normale Menschen' also, unauffällige Leute, die in ihrem Alltag keinen 'Monster'-Schriftzug als Tätowierung auf ihrer Stirn tragen, der sie als lebende Abnormität ausweist. Zwar weist "Hooligans" einige Schwächen auf (etwa das Ende), so dass er hinter den genannten Genreveröffentlichungen ein wenig hinterherhinkt, doch bietet er immer noch einen differenzierenderen Einblick in die Welt der Hooligans als so manches Lehrstück selbst ernannter Pädagogen.
Autor: mw
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