"Die letzte Partitur" - der neue Krimi von Peter Harris - vom 31.03.2007

Venedig im 18. Jahrhundert: Der große Komponist Antonio Vivaldi macht sich von seiner italienischen Heimat aus zu einer geheimen Reise nach Wien auf, von der überhaupt nur seine Wirtin weiß. In Österreichs Hauptstadt versucht er, einem bestimmten Geheimnis auf die Spur zu kommen, doch seine Recherchen werden ihm sehr erschwert, denn er liegt im Sterben. Als ihn die Anstrengungen seiner Forschungen zu überwältigen drohen, begegnen ihm zwei mysteriöse Männer, die dringend mit ihm sprechen wollen. Drei Tage später ist Vivaldi tot, und seitdem munkeln die Mächtigen und Einflussreichen Venedigs von ein verschlüsseltes Mysterium, das der große Komponist kurz vor seinem Abtreten hinterlassen haben müsse...
So weit, so gut. Peter Harris legt in seinem neuen Krimi „Die letzte Partitur“ mit Vivaldis geheimsnisumwobenem Ableben eine sehr spannende Ausgangssituation vor, doch so richtig los geht es in dem Roman erst, wenn er den Bogen zur Gegenwart schlägt. Hier begleiten wir den jungen, spanischen Violinisten Lucio Torres, der sich zu einem Musikerkongress nach Venedig begibt. Ihn interessiert jedoch weniger das Treffen an sich, sondern vielmehr die unzähligen Handschriften, die sich in Venedigs Archiven befinden. Hier stößt er auch auf ein Geigenstück, das Antonio Vivaldis Handschrift trägt und das er sogleich mit einem anderen Musiker einüben will – doch die Noten ergeben keinen Sinn, sind unharmonisch und folgen zum Teil sogar in zu Vivaldis Zeiten verbotenen Intervallen aufeinander.
Torres erzählt seiner neuer Freundin Maria, einer venezianischen Wirtstochter, die selbst eine große Vivaldi-Verehrerin ist, von seiner merkwürdigen Entdeckung, und sie berichtet ihm von dem Gerücht eines verschlüsselten Geheimnisses, das Vivaldi kurz vor seinem Tod hinterlassen haben soll, und beschließt, ihren früheren Professor um Hilfe zu bitten. Doch leider bleiben Maria und Lucio in ihren Recherchen nicht lange ungestört – immerhin war Vivaldi in seiner Zeit Mitglied eines venezianischen Geheimbundes, und die Entdeckungen des Vereins will die Kirche bis heute geheim halten...
Peter Harris hat mit „Die letzte Partitur“ einen aufregenden Krimi hingelegt, den man keine Minute aus der Hand legen möchte. Kirchenverschwörungen sind freilich nichts Neues in der zeitgenössischen Literatur, doch die Tatsache, dass Dan Brown und co. sich schon vorher an Thriller über Konspirationen der Geistlichkeit gewagt haben, tut dem Lesespaß keinen Abbruch. Das Erfrischende an „Die letzte Partitur“ ist die (übrigens sehr gut recherchierte) Platzierung der Handlung ins Musikermilieu. Musikbegeisterte Lesefans dürfte vor allem ein kleines, aber feines Extra freuen: Harris erzählt in seiner Geschichte nicht bloß von den geheimen Notenblättern, er druckt es auch ab, so dass man durch das Nachspielen der Stücke daheim das Lesevergnügen noch vertiefen und verstärken kann...
„Die letzte Partitur“ von Peter Harris ist für 8,95 € als Taschenbuch erhältlich.
Quelle: krimi-couch.de
Autor: KF