"Das Tal der Puppen" auf DVD - vom 30.04.2007
Nur der erste Blick weist das Showgeschäft als eine Glitzerwelt ewiger Jugend und unerschöpflichen Reichtums aus, in der jeder beliebt ist und es allen gut geht. Dahinter liegen Gier, Komplexe und tiefe Verunsicherungen. Diese Erfahrung zu machen, ist Anne Welles gezwungen. Als die attraktive College-Absolventin am Broadway Karriere machen möchte, erkennt sie, dass das Leben in dieser Gesellschaft vor allem von den "Puppen" geprägt ist, den geradezu allgegenwärtigen Tabletten, die wahlweise Schlaf und Vergessen schenken, Energie spenden oder zu Entspannung verhelfen; diese Tabletten sind der Garant dafür, dass die Menschen, die sich hier bewegen, überhaupt noch 'funktionieren' können...
"Das Tal der Puppen" ist nicht nur eine Verfilmung des gleichnamigen Romans, sondern auch eine der großen filmischen Skurrilitäten der 60er: Er versteht sich als Aufklärungsfilm allererster Güte, als einen Apell, sich mit der Wahrheit hinter dem schönen Schein auseinanderzusetzen und sich der allgegen Oberflächlichkeit zu vergegenwärtigen - und scheitert gnadenlos. Letztlich schifft das (Mach)Werk durch seichteste Soap Opera-Gewässer, 'glänzt' mit einer Schauspielerriege, die bar jeder Mimik durch den Film stolpert und sich ihre Berufsbezeichnung erst einmal verdienen muss, und lässt jeden Ansatz auch nur geringster Selbstironie missen. Für Freunde filmhistorischer Irrläufer und Trash-Freaks ist "Das Tal der Puppen" auf jeden Fall zu empfehlen. Alle anderen sollten einen Kauf nochmals überdenken - Alternativen, die sich dem Thema widmen, gibt es genug.
Quelle: amazon.de
Autor: mw
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